Oebisfelde l Die Situation bei den Feuerwehren in der Einheitsgemeinde ist durchaus besorgniserregend, befindet Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU). Doch, so Kraul im gleichen Atemzug, wäre Panikmache der falsche Ratgeber. „Es ist eben nicht richtig, wie vor meiner Zeit immer wieder öffentlich kundgetan, dass die Kommune Oebisfelde-Weferlingen pleite ist. Wir erleben schwere finanzpolitische Zeiten, deren Ende jedoch absehbar ist; und zwar im Rahmen der von uns vorgelegten Haushaltskonsolidierung. Und unsere Feuerwehren werden wir nicht im Stich lassen“, gibt Kraul die grundsätzliche kommunalpolitische Marschroute vor.

Doch aller bestärkenden Worte des Bürgermeisters zum Trotz besteht dringender Investitionsbedarf bei den insgesamt 22 Feuerwehren der Einheitsgemeinde.

Nur bedingt Fördergelder

Nur ein Feuerwehrgerätehaus erfüllt die gesetzlichen Anforderungen. Das bedeutet für die restlichen Gebäude entweder modernisieren oder wie im Fall des Gerätehauses in Oebisfelde einen Neubau, der für das Haushaltsjahr 2021 mit 2,8 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Die Summe von 750 000 Euro Förderung verringert diese Investition.

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Fördergelder fließen ab 2020 für Feuerwehrgerätehäuser. Und zwar 300 000 Euro für ein insgesamt 1,5 Millionen Euro teures Gebäude mit vier Parkboxen im Zentrum der Einheitsgemeinde. Und nach dem Baubeginn in Oebisfelde gibt es ein Jahr später eine 150 000 Euro-Förderung für den Neubau des Ribbensdorfer Feuerwehrhauses, das in 2022 mit 900 000 Euro zu Buche schlagen wird.

Immerhin kann mit der Planung des neuen Oebisfelder Feuerwehrhauses bereits in diesem Jahr begonnen werden, da dafür 70 000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden. Andere Maßnahmen, wie externe Stromversorgungen für die Gerätehäuser in Oebisfelde und Weferlingen für jeweils 3000 Euro, einen Tiefbrunnen für 25 000 Euro in Eicklingen, oder eine 40 000 Euro teure Löschwasser-Zisterne für Schwanefeld muss die Kommune bei laufender Konsolidierung aus Eigenmitteln bewältigen – Förderung Fehlanzeige.

Fehlende Einsatzpläne

Abgesehen von der Notwendigkeit einer generellen Modernisierung im Feuerwehrwesen besteht auch ein immenser Nachholbedarf bei sogenannten Feuereinsatzplänen. Wie Stadtwehrleiter Frank Hartwig auf Anfrage informierte, fehlen diese speziell von den Feuerwehren zu erstellenden Pläne fast ausnahmslos. Das soll nun nachgeholt werden, so der oberste Feuerwehrmann der Einheitsgemeinde. Das gilt beispielsweise für alle drei Oebisfelder Schulen, wie es die Risikoanalyse sieht. Allerdings bestehen in den Schulen detaillierte Anweisungen für den Fall der Fälle. Ebenso verhält es sich mit beiden Sporthallen in der Stadt, dem Schützenheim und auch für den Rittersaal fehlt solch eine Planung.

Ein Nachholbedarf existiert auch bei amtlichen Feuerwehrplänen für Kinderbetreuungseinrichtungen. Nach der Risikoanalyse besteht solch ein Feuerwehrplan lediglich für die Kitas Knirpsentreff und Wiesenhüpfer sowie für die Betreuungseinrichtung in Weferlingen.