Wassensdorf l Es ist eine Erfolgsgeschichte, eine seit nunmehr 60 Jahren bodenständige obendrein, noch dazu für die Menschen in der Region. Was diesen Chor wohl noch so bei der Bevölkerung im Drömling beliebt macht, ist die Pflege des Volksliedgutes und von traditionellen Weltliedern. „Das lag und liegt an den Chorleiterinnen und an den Dirigenten“, schätzt die aktuelle Dirigentin Bärbel Folgner ein. Was das Chorensemble klangvoll im Verlauf von eigenen Konzerten und als Gastbeiträge zu Gehör bringt, das wurde zuvor akribisch vorbereitet und in den Probetreffen lupenrein mit Chorgesang zum Klingen gebracht.

Ilse Reinecke (†) ein Vorbild

Der Wassensdorfer Frauenchor wurde im Jahre 1959 als ein gemischter Chor gegründet. Etwa 20 sangesfreudige Frauen und sechs Männer schlossen sich unter der Leitung von Wilhelm Wiedebusch zusammen und erfreuten schon damals das Publikum in der Drömlingsregion. Zehn Jahre lang hielt diese musikalische Bande bereits, bevor dann Wiedebusch die Verantwortung für den Chor an Ilse Reinecke übertrug. Sie ist für Bärbel Folgner ein Leitbild, die Motivation schlechthin für ihr Schaffen, das für beide Frauen auf einer autodidaktischen Basis ruht. „Ilse hatte echte Stehertalente und Musik wie Gesang im Blut“, honoriert Folgner postum diese Schaffenskraft ihrer Vorgängerin. Insgesamt 36 Jahre hielt dieses wertvolle Engagement an der musikalischen Spitze für den Chorgesang an.

Danach bemühte sich Bärbel Folgner um das Klangbild des Ensembles, bis der wie Reinecke verstorbene Klaus Stransky für über zehn Jahre die Leitung übernahm.

Derzeit gehören dem Wassensdorfer Frauenchor 25 aktive Mitglieder an. Die älteste Sängerin ist mit 82 Jahren Renate Schwartz, als jüngstes Mitglied verstärkt mit 13 Jahren Joline Sandke den Chorklang. Und auch das zeugt von einer Chorgemeinschaft: Die Gründungsmitglieder Eleonore Eggert (77 Jahre) und Waltraud Stöter (81) sowie Inge Widdecke (80) kommen immer noch, und das seit vielen Jahren gerne zu den wöchentlichen Probenabenden, lassen ihr Stimmvermögen zum Wohlklang des Chores erklingen.

Etwa 150 zwei- bis dreistimmig vorgetragene Lieder gehören zum Repertoire des Chores. Ob Kanon, Choral, Gospel oder traditionell-volkstümliches Liedgut – wenn der Frauenchor erklingt, sitzen Melodie und Klangfarben. Das Repertoire ist dann bei Sängerfesten befreundeter Chöre der Region, im Verlauf von Stadtfesten und anderen Veranstaltungen zu hören. Diese musikalische Öffentlichkeitsarbeit kann mittlerweile als fester Bestandteil des kulturellen Lebens von Oebisfelde und darüber hinaus bezeichnet werden.

Geprobt wurde in der Vergangenheit stets im ehemaligen Wassensdorfer Gasthaus „Zum Storch“. Seit längerer Zeit finden diese Übungsabende im Oebisfelder „Gasthaus an der Aller“ statt. Aber auch den Sängerinnen selbst wird bei runden Geburtstagen oder anderen besonderen Anlässen mit einem bunten Blumenstrauß voller Melodien durch die Chorgemeinschaft gratuliert.

Aktivitäten auch außerhalb des Singens

Die Frauen pflegen die Chorgemeinschaft auch außerhalb des Singens durch gemeinsame Aktivitäten. Dazu zählen Bus- und Kremserfahrten, Radtouren, Wandern, Grillen mit den Ehepartnern oder die sogenannten „Chorzusammenhalteabende ohne Gesang“. Ein äußerst beliebtes Treffen, wird doch die eigene Stimme nur zur Unterhaltung genutzt.

Das alles trägt dazu bei, dass auch immer wieder neue Gesichter in der Chorgemeinschaft begrüßt werden können. Einer der bislang bedeutenden Ereignisse in der Chorgeschichte war die Teilnahme an der Produktion einer Weihnachts-CD, die 2011 zusammen mit weiteren Chören in Hundisburg aufgenommen wurde.

Im Verlauf der vergangenen Jahre hat sich ein engeres Zusammenwirken des Frauenchores mit dem Männergesangverein Oebisfelde ergeben. Gemeinsame Auftritte sind schon lange keine Seltenheit mehr. Allerdings stellt Folgner klar, „dass derzeit keine Absichten für eine Verschmelzung beider Chöre angedacht sind“.

Der Frauenchor probt wöchentlich mittwochs von 19 bis 21 Uhr.