Oebisfelde l Die drei schweren Stürme im vergangenen Jahr haben es den Mitarbeitern des Unterhaltungsverbands Obere Ohre schlichtweg unmöglich gemacht, die Gewässer mit den Regulatoren komplett in Schuss zu halten. Geschäftsführer Hagen Müller spricht deshalb auch von einer Ausnahmesituation, deren Folgen noch längere Zeit für Mehrarbeit sorgen wird.

„Wir haben durch diese Naturphänomene wohl bestimmt acht Wochen verloren. Das betrifft Wartungs- und Auf- räumarbeiten wie auch die Krautungen“, bedauert Müller, lobt im gleichen Atemzug aber auch die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter.

Für den Unterhaltungsverband hofft der Geschäftsführer, dass sich derartige Unwetterlagen zukünftig nicht in dieser Intensität wiederholen. Das käme einer Katastrophe gleich, schlussfolgert Müller.

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Leistungsdruck

Aber es kam auch Leistungsdruck von anderer Seite: Um die Gelder aus einem Umwelt-sofortprogramm und damit die Ausführungen von Maßnahmen zu sichern, wurde erforderlich, so Müller, dass im letzten Quartal 2017 insgesamt 48 Vorhaben bis zum Jahresende abgeschlossen sein mussten. Eine zusätzliche Anforderung für den Unterhaltungsverband, der auf zirka 60.000 Hektar Fläche für zig Brücken, Durchlässe und Stellwerke für Gewässer der ersten und zweiten Ordnung in der Verantwortung steht.

Die Gewässerschau für den Großbereich Oebisfelde fand noch kurz vor Ostern statt. Waren im Jahr zuvor an insgesamt 37 Orten Auffälligkeiten zu protokollieren, von denen später 13 erledigt werden konnten, so wurden bei der Schaurundfahrt 11 neue festgestellt.

Einer dieser Orte war der Haubegraben unweit der Abfahrt von der Landesstraße 22. Dort war auf zig Metern die Grabenböschung weggebrochen. Der Landwirt, dessen Acker an den Graben grenzt, wies darauf hin, dass er dicht am Graben geackert habe, um den dort abgelegten Grabenaushub unter den Pflug zu bekommen. Ursächlich für die Abbruchkanten, so Geschäftsführer Müller, können aber auch Aktivitäten von Nutrias und ein Rückstau gewesen sein. Wie auch immer, so Müller, es habe eine einvernehmliche Regelung für diese nach seinen Worten einmalige Angelegenheit gegeben.

Der Regelfall mit sich ausweitenden Schäden bleibt die Biberpopulation – nicht nur in diesem Schaubereich. Wie der Geschäftsführer ausführte, kam es in 2016 zu einer Schadenssumme bei Gewässern erster Ordnung in Höhe von 101.846 Euro. Ein Jahr später waren es 105.828 Euro, die sich dank Biberfleiß summiert hatten. Bei Gewässern zweiter Ordnung, was direkt die Mitgliedsbeiträge beeinflusst, waren es 2016 insgesamt 66.529 Euro, wobei zwölf Monate später die Summe von 71.209 Euro zu Buche schlug. „Das entspricht einem Beitragsanteil von 1,20 Euro oder stolze 10 Prozent“, sieht Müller Handlungsbedarf. In dieser Hinsicht könnte es tatsächlich finanzielle Unterstützung geben. „Der Umweltausschuss der Landesregierung hat einer finanziellen Beteiligung zur Schadensregulierung durch Biber bereits zugestimmt, die Landesregierung solch ein Zutun ebenso signalisiert. Allerdings ist der Landeshaushalt noch nicht beschlossen“, berichtet Müller.