Oebisfelde l Bereits am Vormittag „regnete“ es Blumen für Wally Neubauer in ihrem seit Februar 2013 zur neuen Heimat gewordenen Altenpflegeheim Dr.-Kurt-Reuber in Oebisfelde. Mitbewohner gratulierten mit wohlwollendem Respekt, anerkennend und auch humorvoll ob dieses besonderen Ehrentages. Auch offizielle Gratulanten stellten sich mit Bürgermeister Hans-Werner Kraul ein. Der höchste Repräsentant der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen sah es als einen Muss-Termin an, „persönlich und im Namen von 14.282 Bürgern und Bürgerinnen der Kommune“ sowie mit einem üppigen Blumenstrauß aufs Herzlichste zu gratulieren.

Mit dabei auch von der Diakonie Wolfsburg, dem Träger der Einrichtung, Jörg Beier vom Leitungsgremium. Wenig später gesellte sich auch Elke Witze von der Kreisverwaltung dazu, die die Glückwünsche namens des Landrates und ein Geldpräsent überbrachte. Am Nachmittag zur Kaffeezeit war Geburtstagskind Wally Neubauer der Mittelpunkt ihrer Feier im Familienkreise. Ein Zusammensein, dass die 100-Jährige sichtlich genoss, besonders die Nähe zu Ur-Enkel David Schulze. Er freute sich am gestrigen Tag zudem, dass Mama Viola den 36. Hochzeitstag feiern konnte.

Im Mittelpunkt stand aber Wally Neubauer. Sie wurde am 12. Juni 1918 als eine von insgesamt sechs Schwestern in die Familie Schrametei in Oebisfelde hineingeboren. Selbst zog sie später mit ihrem Ehemann Ewald ihren Sohn Rolf groß. Ihr Mann verstarb 1991, Sohn Rolf im Jahre 2005 – Narben blieben auf ihrer Seele.

Wally Neubauer war in Oebisfelde ein bekanntes Gesicht, wie Schwiegertochter Erika Neubauer sich erinnerte. Nach Beschäftigungen in Hannover engagierte sich die junge Wally als medizinische Hilfe im Oebisfelder Lazarett. Es folgten Tätigkeiten als Verkäuferin, Mitropa-Geschäftsführerin und Leiterin eines Milchladens. Und sie betrieb auch einen Kiosk gegenüber der ehemaligen ESF-Schule an der Lessingstraße.

Das Geburtstagskind fühlt sich heute im Altenpflegeheim Dr.-Kurt-Reuber gut aufgehoben, lebt doch auch ihre Schwiegertochter Erika dort. Immer wenn Enkeltochter Viola sie besucht, hellen sich ihre Gesichtszüge auf. Kommt Ur-Enkel David Schulze mit dazu, greift die Seniorin fest und bestimmt nach der Hand des jungen Mannes. Diese Nähe genießt die 100-jährige Ur-Oebisfelderin. Wenn sie auch sehr wenig spricht, hört Wally Neubauer aufmerksam zu, ist stets hellwach und aufmerksam dabei, wenn andere Menschen sich in ihrer Nähe unterhalten.