Haldensleben l Die ersten 760 Impfdosen des Serums gegen den hochinfektiösen Erreger wurden nach Informationen des Pressesprechers beim Landkreis Börde, Uwe Baumgart, verimpft. Eine weitere Charge soll Mittwoch folgen. Bei den Zielgruppen wird nach einer Prioritätenliste vorgegangen, die sich an den Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums orientiert. Heißt: Vorrangig werden Senioren in Pflegeeinrichtungen, medizinisches Personal und Kräfte in der Intensiv- und Langzeitpflege geimpft. Dazu sind seit Wochenbeginn auch zwei mobile Impfteams im Landkreis Börde unterwegs. Die Abdeckung des Bedarfs an Impfstoff hängt jedoch immer von der gelieferten Menge ab, heißt es von Baumgart. Wie der Pressesprecher hinweist, wird für das Vereinbaren von erforderlichen Terminen beim Impfzentrum noch im Januar eine gesonderte Telefonnummer eingerichtet.

Doppelter Piks für 95-prozentigen Schutz

Eine doppelte Impfung ist notwendig, um sicherzustellen, dass sich bei möglichst vielen Geimpften auch tatsächlich ein Schutz gegen das Virus aufbaut. Die beiden Impfungen erfolgen im Abstand von drei Wochen. Die erste Impfung führt beim Biontech-Impfstoff bei der Hälfte der Geimpften bereits zu einem Immunschutz. Nach der zweiten Impfung steigt diese Rate auf 95 Prozent, heißt es in einer Mitteilung des Pharma-Konzerns und offiziellen Angaben der Zulassungsbehörden.

Ob eine geimpfte Person nach solch einer Schutzimpfung nicht mehr ansteckend ist, das ist noch nicht geklärt. Die Studien, die zu dem bereits zugelassenen Impfstoff vorliegen, zeigen lediglich, dass der Impfstoff eine Erkrankung mit dem Covid-19-Virus verhindern kann. Das schließt aber nicht aus, dass ein Geimpfter das Virus in seinen Körper aufnimmt und damit für andere durchaus ansteckend sein kann.

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Der Geimpfte ist dann „klinisch immun“. Das bedeutet, er ist zwar selbst vor dem Ausbruch der Erkrankung geschützt, kann aber immer noch andere Personen infizieren. „Sterile Immunität“ bedeutet dagegen, dass das Immunsystem alle Krankheitserreger im Körper vollständig eliminiert. Die geimpfte Person trägt das Virus dann nicht in sich und kann es folglich auch nicht weitergeben. Die sterile Immunität ist bislang weder für den Biontech-Impfstoff noch für die weiteren zur Zulassung anstehenden Impfstoffe nachgewiesen.

Herdenimmunität nur durch hohe Impfzahlen

Das Corona-Virus verändert sich ständig. Mitte Dezember wurde erstmals auch über neue Varianten des Coronavirus in England und Südafrika berichtet, die aufgrund von Mutationen deutlich ansteckender sein sollen. Ob das wirklich so ist, muss aber erst noch nachgewiesen werden. Diese beiden mutierten Virenstränge zeigen Veränderungen am sogenannten Spike-Protein. Dieses Protein ist der stachlige Aufsatz auf der Virushülle, mit dessen Hilfe das Virus in menschliche Zellen eindringen kann. Exakte Aussagen dazu werden wohl aber erst Anfang Januar möglich sein, so die Experten.

Um den sogenannten Herdenschutz schnell zu erreichen, müssten sich in kurzer Zeit viele Personen mit einem hochwirksamen Impfstoff impfen lassen. Ein Impfstoff, der bei mehr als 90 Prozent der Geimpften anschlägt, eignet sich dafür sehr gut. Das Paul-Ehrlich-Institut schätzt, dass in Deutschland 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein müssen, um Herdenimmunität gegen das Covid-19-Virus zu erreichen (Quelle: RKI).

Das Impfzentrum für den Landkreis Börde ist startklar: Wo einst Kinder herumtollten, sind medizinische Standards eingezogen. In den Räumen am Waldring 113 b/c war in den vergangenen Tagen reger Betrieb. Dort ist das Impfzentrum für den Landkreis Börde entstanden. Damit ist der Weg frei für Massenimpfungen zum Schutz gegen das Covid-19-Virus. Ab Mitte Januar könnten die ersten Personen in Haldensleben geimpft werden, schätzt der Landkreis. Dann ist es möglich, bis zu 180 Personen täglich im Impfzentrum zu immunisieren. Die jeweiligen Impftermine werden ausschließlich über eine Hotline vergeben, die bald freigeschaltet werden soll.