Oebisfelde l Die Natur hat im zurückliegenden Berichtszeitraum des Jagdjahres 2017/18, das erst Ende April endet, die Hege und Pflege der aktuell 32 Mitglieder zählenden Hegeringemeinschaft Drömling Süd verhindert. Das stellte Vorsitzender Udo Müller im Gespräch mit der Volksstimme am Freitag heraus. Die Gemeinschaft hatte sich am Donnerstag im Oebisfelder Gasthaus an der Aller zur Jahresversammlung mit Trophäenschau im internen Kreis getroffen, auch um in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Themen, wie beispielsweise die Bedrohungslage durch die Schweinepest, das Aufkommen von Schwarzwild und auf Personen bezogene Probleme erörtern zu können.

„Die letzten beiden großen Stürme und die wohl als Dauerregen zu bezeichnenden Regenfälle haben unsere Waidwerk erheblich beeinträchtigt“, resümiert Müller. So mussten Jagden ausfallen, weil die Gefahren durch Bäume, die umzustürzen drohten, oder starkes Astwerk, das abbrechen und herunterstürzen konnte, massiv bestanden. Diese Tatsachen, noch dazu ein von Regenwasser durchfeuchteter Boden verhinderte auch die Jagd in der Schutzzone 1 im Jagdrevier der Hegegemeinschaft innerhalb des Naturparks Drömling. Müller schätzt, dass durch diese ausgefallene Jagd zirka 35 bis 40 Wildschweine nicht erlegt werden konnten. „Wildschweine gelten in der Bundesrepublik als die potenziellen Überträger der für Hausschweinbestände vernichtenden Schweinepest“, unterstrich Müller die Notwendigkeit einer Dezimierung dieser Schwarzwildbestände.

Eine durchwachsene Strecke erlegtes Wild

Auf der Gesamtfläche von 4600 Hektar der Hegegemeinschaftsbereiche Oebisfelde, Weddendorf, Niendorf-Bergfriede, Breitenrode und Gehrendorf wurden dann doch noch 59 sogenannte Schwarzkittel erlegt. Hinzu kommen 106 Stücke Rehwild und zudem 22 Füchse. Zu den Abschusszahlen beim Rehwild fügte Müller an, dass wiederum 14 Tiere in Folge von Verkehrsunfällen umgekommen waren.

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Der Vorsitzende dankte insbesondere der Naturparkverwaltung Drömling für die Überlassung von zahlreichen Lebendfallen, um Marder, Marderhund, Mink und andere wieselflinke Räuber zu dezimieren. „Ich erwarte bereits nach Beendigung des aktuellen Jagdjahres erste nennenswerte Fangzahlen“, sieht Müller doch Erfolgschancen gegen die Allesfresser.

Einen besonderen Erfolg konnte auch der Breitenroder Jäger Sven Schlüter für sich verbuchen. Sein präsentiertes, knapp 3500 Gramm schweres Gehörn eines Rehbocks wurde vom Prüfungskomitee der Trophäenschau am Donnerstag als bestes von insgesamt 62 vorgestellten Rehwild-Gehörnen und einer Trophäe mit sogenannten Keilerwaffen bewertet.