Oebisfelde l Die Schulung durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Verkehrswacht Börde ist die Fortsetzung der Fahrradkontrolle durch die Polizei am Dienstag. Gerhard Schulze ist trotz seiner 84 Jahre immer noch fast täglich mit seinem Team zu Grundschulen unterwegs, um dort die Lehrerschaft und Schulkinder zu informieren und zu sensibilisieren. Am Donnerstag waren die Mädchen und Jungen der Grundschule Drömlingsfüchse besonders gefordert. Sie mussten mit dem eigenen Fahrrad einen anspruchsvollen Hindernisparcours absolvieren. Jeder der insgesamt acht Tests im Verlauf des Rundkurses entspricht Anforderungen, wie sie zu jeder Zeit auftreten können, wenn die Kinder mit dem Rad auf öffentlichen Straßen unterwegs sind, erläuterte Schulze die Aufgabenstellung.

Übungsfahrt durch Parcours

Anfahren, in der Spur bleiben, eine schmale Gasse passieren, Kreisel umfahren, Spurwechsel und ein Bremstest forderten und überforderten, zeigten den Schulkindern aber realistisch auf, das Radfahren auf öffentlichen Straßen mit viel Konzentration, Wissen und Verantwortung verbunden ist.

Was die Team-Mitglieder über die Jahre festgestellten, ist eine zunehmende Unsicherheit der Grundschüler im Beherrschen des eigenen Rades. Das Rad bekommt immer mehr die Bedeutung von einem Objekt zum Vergnügen, denn eines Fortbewegungsmittels, so die Feststellung.

Die Verkehrswächter betonen ausdrücklich, dass die Begleitung auf dem Schulweg für Schulanfänger zu Fuß wie auch für Kinder, die mit dem Rad zum Unterricht fahren, unabdingbar trainiert werden muss. Und zwar bevor die Schulzeit beginnt und dann so lange, bis Eltern und Kind sich in ihrem Handeln sicher sind.

Unfallzahlen rückläufig

Das ist Wunsch der Verkehrswacht, die vorläufige Verkehrsunfallbilanz 2017 vom Technischen Polizeiamt Sachsen-Anhalt sieht dagegen bei den Verkehrsunfällen von Kindern unter 15 Jahren so aus: Für den Auswertezeitraum 2017 wird in Bezug auf vorangegangene Referenzzeiträume eine Zunahme der Anzahl der Verunglückten um 32 auf 882 (+3,8 %) Kinder festegestellt. Auch hat Anzahl der Getöteten um 3 auf 4 hat zugenommen, bei den Schwerverletzten ergab sich eine Steigerung um 3 auf 171 Kinder. Statistisch verunglückte 2017 in Sachsen-Anhalt alle 10 Stunden ein Kind. Die Auswertung sagt aber auch aus, dass die Verkehrsunfälle auf dem Schulweg in dieser Altersgruppe um insgesamt 38 auf 54 Kinder zurückgegangen (-41,3 %) sind. Auch ist eine kontinuierliche Verringerung über die Jahre festzustellen.