Oebisfelde l Geduld, Konzentration und die Stimmenabgabe wurden von den Wahlberechtigten abverlangt, die am Super-Wahlsonntag an die Wahlurnen traten. Stehvermögen und penibles Vorgehen mussten hingegen die Wahlvorstände in den Wahllokalen in der Stadt Oebisfelde und den dazugehörigen Dörfern ab 8 Uhr bis nach dem Auszählen der Stimmzettel aufbringen.

Immer wieder bildeten sich überwiegend im Stadtbereich von Oebisfelde lange Schlangen vor den Tischen der Wahlvorstände. Das notwendige Prozedere für die Europa-, Kreistags- und Stadtratswahlen sowie die Stimmabgaben für die künftigen Mitglieder der Ortschaftsräte durch die Wählerinnen und Wähler erforderte penibles Agieren der Teams, für die es an diesem Super-Wahlsonntag bis weit in den Abend hinein kaum eine Pause gab.

Die gefühlte Wahlbeteiligung wurde auch von den Wahlvorständen in den Dörfern als „sehr hoch“ nachmittags gegen 16 Uhr empfunden. Tatsächlich aber bewegten sich dort die prozentualen Anteile zwischen 40 Prozent in Wassensdorf, so Uwe Schulz vom Wahlvorstand, und knapp unter 60 Prozent in Breitenrode, meinte dort Dr. Uwe Elsner.

Warteschlangen

Wer sich vor dem Ankreuzen auf den Wahlzetteln noch keine konkreten Favoriten auserkoren hatte, der trug in aller Regel dazu bei, dass sich immer wieder Wählerschlangen vor den Kabinen bildeten. Von den unentschlossenen Wählern gab es augenscheinlich eine ganze Reihe. Zu ihnen gehörte auch der Weddendorfer Johannes Buchinsky, der nachmittags seine Kreuze setzte. Der 16-jährige Erstwähler hatte nach eigenen Aussagen keinen Favoriten im Blick, doch an den Wahlen teilnehmen, das sah er als Bürgerpflicht an.

Die erhöhte Aufmerksamkeit der Wahlvorstände war trotz des Andrangs stets vonnöten. So erschien beispielsweise im Breitenroder Wahllokal eine Einwohnerin, die zwar für die Europawahl berechtigt war, jedoch nicht für die kommunalen Entscheidungen, weil sie zum Stichtag 24. Februar noch nicht ihren Wohnort in der Einheitsgemeinde hatte. Für die Abklärung solcher Umstände liefen die Anfragen bei Ingrid Kühne-Reppin im Oebisfelder Rathaus auf. Die Koordinatorin leitete dort unter anderem das Briefwahllokal.

Nicht nur aus der Sicht der Gemeindewahlleitung wäre es durchaus eine Option für zukünftige Wahlen, diese Anhäufung von Stimmabgaben für die Wählerschaft zu vermeiden. Gleich vier Wahllisten mit einer solch großen Auswahl an Kandidaten könne schon so manchen wahlberechtigten Bürger überfordern. Auch würde dadurch wohl der Andrang in den Wahllokalen nicht zu drastisch wie an diesem Wahltag ausfallen, war zu erfahren.

Die kompletten Wahlergebnisse für den Kreistag Börde sind im Volksstimme-Onlinedienst veröffentlicht. Die Ergebnisse zur künftigen Zusammensetzung des Kreistages Börde und Stadtrates Oebisfelde-Weferlingen sowie die Auszählung für die Zusammensetzung des Ortschaftsrates Oebisfelde werden in der Dienstag-Ausgabe zu lesen sein.