Oebisfelde l Diese Botschaft an die Bürger kommt von Kriminaloberkommissar Klaus-Dieter Würdig, der Donnerstag im Team mit dem Info-Mobil des Landeskriminalamtes in Oebisfelde Station machte.Der Kriminalbeamte Würdig ist seit 22 Jahren beim Polizeirevier Börde in Haldensleben der Ansprechpartner für Prävention gegen Einbruchdelikte und berät in Sachen Sicherheitstechnik in Betrieben und für den privaten Bereich. Auf mehr als 240 Veranstaltungen in der Börde hat Würdig 2018 informiert und beraten, weshalb er auch in der Region Oebisfelde-Weferlingen als das Gesicht der polizeilichen Präventionsarbeit gilt.

Gemeinsam mit Kriminalhauptmeister Fred Brehmeier vom Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt und Manfred Knechtel vom Landesbüro des Weißen Rings informierte Würdig die Besucher des Info-Mobils auf dem Parkplatz am Einkaufszentrum an der Magdeburger Straße. Es kamen eine Reihe interessierter Bürger, von denen viele der Ansicht waren, dass ein sicherer Schutz von Hab und Gut in den eigenen vier Wänden eine Frage des Geldes sei.

Sicherheit keine Geldfrage

„Eine Annahme, die hinkt“, erläuterte Würdig. „Sicherlich kann ich meinen Betrieb, mein Wohnhaus oder die eigene Wohnung mit Sicherheitsvorrichtungen bestücken, die höchst wirksam sind, noch dazu viel Geld gekostet haben. Doch entscheidend ist immer, wie ich mich selbst verhalte, wie ich meine zur Verfügung stehenden Mittel zum Schutz meines Eigentums einsetze“, benennt der Kriminalist die Grundbedingung gegen Einbruch.

„Immer noch rangiert der Wohnungseinbruch durch die Terrassentür und der Einstieg des Einbrechers durchs Fenster an den vorderen Stellen“, klärt Würdig auf. „Es helfen alle Sicherheitsvorkehrungen nicht, wenn die Terrassentür beim Verlassen der Wohnung angekippt arretiert wird. Wenn der Schlüssel von abschließbaren Fenstern oder gar im Türschloss stecken bleibt. Das erleichtert dem Einbrecher die Arbeit, gibt ihm noch mehr Zeit, die Räumlichkeiten nach Beute abzusuchen“, warnt Würdig.

Wenn ein Raum so gesichert ist, dass der Einbrecher größte Mühe hat, einzudringen, dann werden ihm wichtige Minuten für sein Vorhaben vom Zeitlimit genommen. Er wird verunsichert, muss abwägen, ob die benötigte Zeit ausreicht, um entsprechend Beute zu machen, erklärt Würdig das Risiko der Täter. „Man kann davon ausgehen, dass routinierte Einbrecher nur Minuten für das Durchsuchen einer Wohnung benötigen. Aber erweist sich für sie der Weg hinein als problematisch, dann lassen kriminelle Profis nicht selten ab von ihrem Vorhaben“, weiß Würdig aus seiner jahrzehntelangen Berufserfahrung.

Als Berater gegen Einbruchskriminalität kann der Kriminaloberkommissar aber auch direkt in die eigenen vier Wände angefordert werden (siehe Info). Dabei berät Würdig die Eigentümer über so gut wie alle technischen wie mechanischen Möglichkeiten, den Wohnraum oder den Betrieb abzusichern.

Firmen mit VDS-Siegel wählen

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt hält eigens einen sogenannten Errichternachweis für mechanische Sicherungseinrichtungen vor, in denen sich spezielle Firmen haben auflisten lassen, die das sogenannte VDS-Siegel führen. Diese Liste ist auch bei Würdig im Polizeirevier Börde zu erhalten.

Für die Börde, speziell für die Region Oebisfelde-Weferlingen, gibt Würdig allerdings eine erfreuliche Information heraus: „Einbruchskriminalität kommt auch dort vor, doch sie ist nicht von ausgeprägter Bedeutung. Das bedeutet aber nicht, dass Leichtsinnigkeit im Umgang mit der Sicherheit im Haus nicht unmittelbar bestraft werden kann“, warnt der Kripo-Mann. Aus der Erfahrung bei der Täterermittlung kann Würdig berichten, dass Einbrecher zumeist einen höheren Schaden anrichten, als es die Beute hergibt. „Täter gehen rücksichtslos auf Beutesuche, weil ihnen die Zeit im Nacken sitzt. Deshalb müssen diese Ganoven unbedingt am Eindringen gehindert werden“, rät Würdig zur individuellen Prävention.

Eine völlig andere Möglichkeit stellen dabei wachsame Nachbarn dar. Aufmerksamkeit schreckt Einbrecher ab, weiß Würdig zu berichten. Was Hausbewohner allerdings selbst als vorbeugende Maßnahmen für mehr Sicherheit praktizieren können, sind einfache Regeln, die insbesondere wichtig sind, bevor in den Urlaub gereist wird: Nachbarn bitten, Post und Zeitungen aus den Aufbewahrungskästen zu nehmen, oder beides gleich postlagernd für diese Zeitspanne aufgeben lassen. Auch gibt es Möglichkeiten, das Haus über Zeitschaltuhren in Intervallen zu beleuchten.

Weitere Informationen sind bei Kriminaloberkommissar Würdig telefonisch unter 03904/47 82 68 zu erhalten.