Oebisfelde l Die beiden Akteure präsentierten ihre Sicht auf die Natur mit einer Science-Fiction-Dramaturgie und mit besonderen Schwarz-Weiß-Fotografien von Winterlandschaften. Die Gastgeberinnen dieser Veranstaltungsreihe „Buch + Kunst“, sind die Künstlerin Angelika Flaig aus Bösdorf und die Oebisfelder Buchhändlerin Marlies Hoffmann. Sie wollen mit solchen Angeboten die lokale kulturelle Bandbreite bereichern, was auch diesmal wieder gelungen ist, wie Gäste am Freitagabend bestätigten. „Wir halten dabei durchaus Ausschau nach ambitionierten Künstlern, denen ein Nischendasein ausreicht, die aber dennoch eine hohe Qualität an den Tag legen“, hieß es von Angelika Flaig, die auch Inhaberin des „Atelier eins“ ist.

Fiktives Schiffsunglück

In seinem Debütroman „Die Katastrophe von Li Fang“ schildert der Hakenstedter Jürgen Witt eine fiktive Katastrophe durch die Havarie des größten Tankschiffs für Rohöl im Nordpolarmeer. Die daraus resultierenden Folgen für die Arktis, das Polarmeer, aber auch die wirtschaftlichen und politischen Reaktionen ergeben in dem Debütroman eine Dramaturgie, die einer Weltuntergangsstimmung gleichkommt.

Witt beabsichtigt mit seinem Roman eine Sensibilisierung für einen vorbeugenden wie nachhaltigen globalen Umweltschutz. Je weiter der Leser in die insgesamt 204 Seiten vordringt, umso mehr wird beklemmend deutlich, dass zahlreiche Schilderungen bereits eingetreten sind oder bei einer weiter voranschreitenden Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung eintreten können. Für die Zuhörer war es Freitag eine durchaus anstrengende, einstündige Lesereise durch einen mutig verfassten aktuellen Umweltthriller.

Bilder

Analoge Fotografie

Der Physiker und mittlerweile im Ruhestand lebende Reinhard Storch aus Wefensleben ist ein ambitionierter Fotograf, der seine Schwarz-Weiß-Fotos auch selbst zu Positiven entwickelt. Eine Auswahl seiner, durch eine bestechende Tiefenschärfe beeindruckenden, Aufnahmen von Winterlandschaften stellte er im „Atelier eins“ aus. Zu seinen Lieblingsmotiven zählen Fotografien aus der Naturlandschaft des Drömlings und von Schnee bedeckten Orten. Den Antrieb für diese besondere Art der Fotografentechnik kam in ihm Mitte der 1980er Jahre auf, und sie hat ihn bis heute nicht losgelassen. Die Chemikalien, die für die Entwicklung der Positive notwendig sind, muss sich Storch mittlerweile aus dem Internet bestellen. „Noch gibt es solche Angebote, wofür ich äußerst dankbar bin“, hieß es von ihm kurz vor Beginn seiner Premierenausstellung in Oebisfelde.

Dankbar ist der passionierte Fotograf auch für eine andere Begegnung, nämlich die mit seiner Ehefrau Dorothea. Die Liebe zu der Wassensdorferin, eine geborene Thielecke, wurde im Jahre 1974 im Standesamt im Oebisfelder Rathaus besiegelt. Und auch diese Liebesbeziehung ist für Storch eine unendliche Geschichte.