Vorgestellt

Mit dem Rad durch den Drömling

Die Serie „Mit dem Rad durch den Drömling“ wird fortgesetzt. Heute ist die Miester Kolonientour an der Reihe.

Oebisfelde/Mieste l Diese Miester Kolonientour ist eine Rundstrecke über zirka 57 Kilometer. Start dieser Tour ist der Ort Mieste unweit der Hansestadt Gardelegen. Mieste gilt gemeinhin als östliche Eintrittspforte in das Biosphärenreservat Drömling. Zu erreichen ist der Ort zum Beispiel gut mit dem Zug. Der Abellio RE 50 von Wolfsburg nach Stendal hält dort stündlich.

Kolonien sind typische Lebensorte in dieser Gegend und auch deshalb namensgebend für die Radroute, welche durch viele dieser sogenannten Kolonien führt. Der Begriff Kolonie meint kleine Siedlungen in der Nähe von Ortschaften, die nur aus einem oder wenigen Häusern bestehen. Diese sind meist Bauernhöfe, auf denen heute noch vereinzelt Landwirtschaft betrieben wird.

Tritt der Radwanderer von Mieste in südliche Richtung in die Pedale, führt die Tour vorbei an großen Ackerflächen, sogenannten Horstwäldern und Gehölzstreifen. Sobald die Reifen dann auf den Drömlingsrundweg treffen, wird nach einem Bogen in östlicher Richtung über Sachau die Kolonie Kämeritz erreicht. Ganz in der Nähe hat die Verwaltung des Biosphärenreservats eine Streuobstwiese mit Bienenkästen eingerichtet. Auch ist dort eine Schutz- und Informationshütte vorzufinden.

Auffällig sind auf der Tour immer wieder engmaschig angelegte Moordämme. Man verlässt den Drömlingsrundweg aber wieder, bevor er weiter nach Calvörde führt. In Richtung Norden treffen Radtouristen bei Breiteiche erneut auf den Rundweg. In Breit­eiche lädt das für seine selbst zubereiteten Speisen bekannte Breit­eicher Wiesencafé zu einer Pause ein – wenn die Corona-Schutzregeln es wieder zulassen.

Es geht weiter, dem Rundweg folgend, nun aber Richtung Süden. Sobald die Ohre erreicht ist, führt die Strecke flussabwärts, dann die Richtung immer wieder wechselnd durch die Naturlandschaft. Typisch sind auch alte Pflasterstraßen und immer wieder Storchennester.

Taterberg wird erreicht. Der Ort ist ein Horst des ehemaligen Moores, also eine leicht erhöhte, zumeist bewachsene Stelle in Feuchtgebieten. Früher legten hier Durchziehende eine Rast ein, bevor sie weiter ihrem Weg über den Knüppeldamm durch das damalige Sumpfgebiet folgten.

Folgt der Radler hingegen den Eisenbahnschienen ein kurzes Stück, gelangt er zum Bahnhof Miesterhorst. Dort führt die Tour aber nicht in den Ort, sondern hinaus, um die anderen Kolonien rund um Mieste zu erkunden. Auf dem Weg über die Landesstraße 20 wird der Ort Dannefeld erreicht. Südwestlich des Ortes liegt das als Naturdenkmal ausgewiesene Elsholz. Ein kleines Waldstück, das von Dannefeld aus auch fußläufig erreichbar ist und arttypische Relikte des Drömlings aus der Zeit vor seiner Entwässerung aufweist.

In Dannefeld kann auch eine der zahlreichen Fachwerkkirchen der ländlichen Altmarkregion besichtigt werden. Die Dannefelder Kirche entstand 1774 und behütet eine alte Bauernfahne aus dem Jahr 1675. Ein weiteres sehenswertes Dorfelement ist die Dannefelder Hochschleuse. Sie wurde 1875 gebaut und ist eine der letzten Schleusen, bei der die ursprüngliche hölzerne Form erhalten wurde. 1996 wurde die Schleuse instand gesetzt, sodass sie auch heute noch der Wasserregulierung an einem der Hauptkanäle des Drömlings dient.

Wer möchte, kann die Tour nun abkürzen und den Weg zurück nach Mieste nehmen oder aber einen Abstecher in den Norden um die Kolonien um Dannefeld herum und durch Köckte erkunden. Köckte anzufahren ist lohnenswert. Dort ist ein alter Moorpflug unter der Dorfeiche zu besichtigen. Dieser Moorpflug wurde 2012 von engagierten Ortsmitgliedern restauriert.

Wieder zurück in Dannefeld, geht es dann entlang der Naturgrenze des Biosphärenreservates bis Peckfitz und von dort durch eine Kolonie mit dem schönen Namen Himmelreich. In Himmelreich gibt es ein großes Seminarzentrum mit Räumlichkeiten für unterschiedlichste Veranstaltungen. Auf dem Gelände leben außerdem Erdmännchen und Rehe in einem Gehege. Die Einrichtung verfolgt ökologische Gedanken und Ziele, was überall zu spüren und zu erleben ist.

Von Himmelreich sind es dann nur noch wenige Kilometer bis nach Mieste. Dort kann nach der ausgedehnten Radtour wieder in den RE 50 gestiegen werden. Der hält dort nämlich auch an Sonnabenden und Sonntagen.

Der erste Teil wurde am 6. Februar veröffentlicht, Teil zwei am 13. Februar, der dritte Teil am 20. Februar. Weitere Infos sind bei der Verwaltung des Biosphärenreservats Drömling telefonisch unter 039002/85 00 zu erhalten.