Wassensdorf l Das öffentliche Interesse an dieser Freigabe war ansprechend groß, wie Minister Webel und auch Bürgermeister Hans-Werner Kraul (beide CDU) erfreut feststellten. Allerdings gab es unter den Zuschauern auch Wassensdorfer Anlieger, die monierten, dass nach stärkerem Regen, wie in den zurückliegenden Tagen, sich Pfützen auf Gehwegen und selbst auf dem Straßenbelag angesammelt hätten.

Zweieinhalb Millionen Euro investiert

Diese Kritik drang aber nicht bis zum Minister vor. Webel lobte den Straßenausbau mit Blick auf die Notwendigkeit, die Dorfstraße nach einer Ertüchtigung vor 50 Jahren nun grundhaft für die Bürger und nachfolgende Generationen grundhaft erneuert zu haben.

„Nach fast genau einjähriger Bauzeit wird heute die Ortsdurchfahrt Wassensdorf im Zuge der Landesstraße 22 (L 22) planmäßig wieder für den Verkehr freigegeben“, betonte der Minister die schnelle Bauausführung. „Der knapp 900 Meter lange Streckenabschnitt ist Teil einer der wichtigsten Ortsverbindungen in der Region zwischen Oebisfelde und Klötze. Mit der umfassenden Sanierung ist die L 22 straßenbautechnisch auf den modernsten Stand gebracht worden“, betonte der Minister. Er war zuvor von einer Gruppe aus der Kindertagesstätte Regenbogenland mit einem kleinen Liederprogramm begrüßt worden.

Nach der Minister-Auskunft sind insgesamt knapp zweieinhalb Millionen Euro in das gemeinschaftliche Projekt der Landesstraßenbaubehörde und der Wolfsburger LSW-Holding GmbH & Co. KG über das Tochterunternehmen, der Oebisfelder Wasser und Abwasser GmbH (OeWA), investiert worden. „Dieses komplexe innerörtliche Bauvorhaben ist ein Beispiel, was gelingen kann, wenn Kommune, Versorgungsunternehmen und das Land Hand in Hand arbeiten“, betonte Webel.

Unverständnis für ablehnende Bekundungen

Bürgermeister Kraul dankte den ausführenden Firmen für ihr Engagement, den Anwohnern für ihre Geduld im Verlauf der Bauarbeiten. Nicht verstehen kann der Bürgermeister den Umschwung von Zustimmung zur Ablehnung. Sperrungen, Umleitungen, Bauverzögerungen, Lärm- und Schmutz gehören nun einmal zu den unumgänglichen Begleiterscheinungen eines solchen Bauvorhabens.

Der grundhafte Ausbau der Straße erfolgte nach modernsten Regelwerken. Die Fahrbahn ist nun durchgängig sechseinhalb Meter breit, dazu kommen neue Fußwege. Eingebettet in den Straßenverlauf sind Bushaltestellen, in deren Bereich ein Parkverbot besteht. Dahinter, in Richtung Ortsausgang zum Mittellandkanal, besteht rechtsseitig ein Park- und Halteverbot. Auf der gegenüberliegenden Seite dürfen Autos abgestellt werden, so die Auskunft des Ordnungsamtes. Neben dem reinen Straßenbau ist auch ein Großteil der hier verlaufenden Ver- und Entsorgungsleitungen von der OeWA erneuert worden. Auch die Bushaltestellen wurden neugestaltet und im Zuge der Arbeiten barrierefrei ausgebaut.

Mit dem ersten Bauabschnitt ist am 27. Juni 2019 begonnen worden. Der konnte schon nach knapp einem halben Jahr für den Verkehr wieder freigegeben werden. Nach einer kurzen Winterpause wurden die Arbeiten am zweiten Abschnitt wieder aufgenommen.