Oebisfelde l Ein Wächter der Natur zu sein, das war bislang stets fest in Männerhand bei der noch vor wenigen Wochen als Naturparkverwaltung bekannten Dienststelle des Landes in der Oebisfelder Bahnhofstraße. Dass nunmehr Nicole Eckhardt diese Phalanx durchbrochen hat, kommt nicht so ganz von ungefähr: Sie passt perfekt zu den Anforderungen, die von einem Wächter des vielschichtigen Naturrefugiums Drömling erfüllt werden müssen, wie aus dem Hause zu erfahren war. Naturwächter oder -wächterin, so werden in anderen Biosphärenreservaten die Ranger genannt. Und im „Miniformat“ existieren die ja aber auch namentlich als Junior-Ranger bei der Biosphären-Verwaltung Drömling in Oebisfelde.

Besondere Verbundenheit zur Natur

Nicole Eckhardt ist bei der Biosphären-Verwaltung schon lange kein unbeschriebenes Blatt, und das im positiven Sinne, wie Kollegin Sabine Wieter zu berichten weiß. Von Berufs wegen ist Eckhardt eine Diplom-Ingenieurin für Landespflege. Bereits als Kind von Eltern, die in der Landwirtschaft ihren Lohn verdienten, kam die Wassensdorferin früh und beständig mit der Natur und Tieren in Berührung. Daraus entwickelte sich dann ihre Naturverbundenheit, die sich in einer besonderen Beziehung zum Drömling ausdrückt, wie Eckhardt selbst zu ihrer neuen Aufgabe erläutert.

Den wohl entscheidenden Schritt zur Naturwächterin in Anstellung gründet sich in der Teilnahme an der Ausbildung zur zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin, die Eckhardt damals noch bei der Naturparkverwaltung Drömling absolvierte. Als weitere Pluspunkte können ihre aktiven Teilnahmen an Monitoringprojekten für Störche, Kraniche, Greife und andere tierische Bewohner des Drömlings angesehen werden.

Mittlerin zwischen Mensch und Naturlandschaft

Seit wenigen Tagen ist diese Freizeitarbeit nun zum Beruf geworden. Nicole Eckhardt plant am Schreibtisch die Monitorings vor, legt Kontrollstrecken fest und informiert Gäste-Gruppen, die den Drömling erkunden möchten. „Für mich ist es immer wichtig, den Menschen ökologische Zusammenhänge näherzubringen, den Sinn von Naturschutz erlebbar zu machen und den Drömling als etwas Besonderes vorzustellen“, sieht Eckhardt ihre Aufgabe als lokale Mittlerin zwischen Mensch und Naturlandschaft.

Es ist ihr wichtig, darüber aufzuklären, welches Verhalten für die Natur nicht förderlich ist: „Schimpfen, das hilft nicht. Aber bestimmt freundlich erklären, weshalb beispielsweise ein Hund in Brut- und Lebensräumen angeleint sein muss, da wird eine Naturwächterin ihrer Aufgabe gerecht und verändert gleichzeitig Verhaltensweisen“, ist die frische Naturwächterin Nicole Eckhardt überzeugt.