Oebisfelde l Die Statistik weist seit dem Jahr 1995 eine ständig steigende Anzahl von Wohngebäuden und damit von Wohnungen auf: Waren es mit Stand der Erhebung 3629 Wohngebäude mit 6490 Wohnungen, wuchs dieses Verhältnis bis zum Jahre 2014 auf 4286 Gebäude mit 7179 Wohneinheiten an, Tendenz zunehmend. Die Wohnungsbaugesellschaft Oebisfelde meldet rein theoretisch eine Wohnraumausnutzung von fast 100 Prozent. Neue Wohnungen sind bereits vor Fertigstellung vermietet.

Das statistische Zahlenmaterial, das dem Fachausschuss zu dieser Entscheidung leitete, weist aus, dass sich ein steigender Wohnraumbedarf je Haushalt entwickelt hat. Während die Ein- bis Dreiraum-Wohnungen sich in ihrer Anzahl verringerten, erhöhte sich die Anzahl der Vier- bis Siebenraum-Wohnungen jährlich. Wohnungen in diesen Größen findet man vermehrt in Einfamilienhäusern und weniger als Mietwohnungen. Eine entsprechende statistische Erhebung zu den neu gebauten Einfamilienhäusern existiert allerdings nicht.

Was signifikant für neuen Wohnraum spricht, ist der Umstand, dass sich ein Viertel der Wohnungen in sehr alten Gebäuden befindet und es an zig Häusern aus den unterschiedlichen Gründen zu keiner Sanierung gekommen ist. Des Weiteren sind Wohnungen in Plattenbauten aus dem 1970er Jahren vorhanden, die nicht mehr den heutigen Erfordernissen und dem steigenden Wohnraumbedarf entsprechen.

Schnell zunehmende Bedarfsentwicklung

Es ist davon auszugehen, dass es auch zu Abrissen von alten Gebäuden und zur Zusammenlegung von kleineren Wohnungen zu einer großen kommen wird. Damit muss auch mit einem jährlichen Wohnungsabgang über die nächsten zehn Jahre gerechnet werden, so die Planungsvorgaben. Durch die gering gestiegenen Einwohnerzahlen und den in den Vorjahren verminderten Wohnraum wird nunmehr von einem Gesamtbedarf von 330 Wohnungen in den nächsten zehn Jahren ausgegangen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass vermehrt der Wunsch nach Einfamilienhäuser in den Vordergrund treten wird. Dies machen auch die andauernden Anfragen bei der Stadtverwaltung nach Flächen für den Bau von Einfamilienhäusern im Stadtbereich sichtbar, wie aus dem Bauamt zu erfahren war.

Durch den geänderten Bebauungsplan „Stürholzgarten“ werden mindestens 36 Grundstücke zur Verfügung gestellt. Möglicherweise könnte diese Zahl auch auf 40 ansteigen, meinte Bürgermeister und Vorsitzender des Bau- und Vergabeausschusses, Hans-Werner Kraul (CDU), gegenüber der Volksstimme. Im ehemaligen Stadtgebiet Oebisfelde wurden in den vergangenen Jahren mehrere solcher Pläne aufgestellt und Flächen mit Einfamilienhäusern bebaut, so Kraul. Von diesen Flächen sind noch im Stürholzgarten 65, im Oebisfelder Lehmweg 130 sowie in Gehrendorf „Im Tale“ noch eine, also insgesamt 196 Wohneinheiten, zu entwickeln.