Oebisfelde l Eine Hochwasserschutzmaßnahme, die die Kernstadt Oebisfelde schützt und zukünftige private Bauvorhaben begünstigen kann, wurde in der Dienstagssitzung dem Ortschaftsrat Oebisfelde präsentiert. Bauamtsmitarbeiter Ingolf Kollmeyer und Referenten des Magdeburger Planungsbüros „Wasser, Straßen, Tiebau & Consulting GmbH“ (WSTC) stellten die favorisierte Variante vor.

Das Vorhaben für das Ertüchtigen eines 1,2 Kilometer langen Walls und einer Sperranlage befindet sich in einer frühen Entwicklungsphase, informierte Kollmeyer. Planerisch muss bei der dann vom Ortschaftsrat einstimmig befürworteten Variante mit einem Kostenvolumen von rund 1,1 Millionen Euro gerechnet werden. Davon müssten immerhin 20 Prozent aus dem dann aktuellen Stadthaushalt beigesteuert werden, wurde den Ratsmitgliedern erläutert.

Sofortprogramm beschert Einsparungen

Es habe bereits erste Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde gegeben, die als positiv zu bewerten sind, so Kollmeyer. Es folgen nun die Fördermittelanträge. Für die finanziellen Aufwendungen, so der Bauamtsmitarbeiter, könne als erfreulich angesehen werden, dass notwendige Baumfällungen im Verlauf des zu ertüchtigenden Walls bereits durch ein Sofortprogramm komplett abgedeckt sind.

Grundlage der Maßnahme, so die Erläuterung für den Ortschaftsrat, ist das Junihochwasser 2013 an Elbe und Saale. Ein Extremereignis außerordentlicher Größe, das einmal mehr die Bedeutung des Hochwasserschutzes verdeutliche. Ein Hochwasser der Aller und des Landgrabens südlich der Ortslage Oebisfelde könne aufgrund der Lage innerhalb des Niederungsgebietes Drömling ebenfalls zu ausgedehnten Überschwemmungen führen, damit auch die Gebäude der Kernstadt erreichen, wurde mitgeteilt.

Da in diesen Niederungsbereichen niedrige Grundwasserflurabstände von zum Teil unter einem Meter vorherrschen, könnten die Auswirkungen eines Hochwassers über einen längeren Zeitraum erheblich sein und zu starken Einschränkungen der Bevölkerung führen, argumentierte der Referent. Durch ein Hochwasserereignis können darüber hinaus Schäden an Häusern, Hofgebäuden und infrastrukturellen Einrichtungen verursacht werden.

Weiterhin wird durch das bisher vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt festgelegte Überschwemmungsgebiet nördlich des Landgrabens die Siedlungsentwicklung der Ortslage Oebisfelde stark eingeschränkt. Das wiederum kann das Ausweisen von neuen Bebauungsgebieten negativ beeinflussen.

Im Rahmen einer Förderung zur Verbesserung des kommunalen Hochwasserschutzes im Land Sachsen-Anhalt wird ein Szenario dargestellt, anhand dessen der Hochwasserschutz weiter Teile der Ortslage Oebisfelde zukünftig sichergestellt werden kann, so die Referentenaussage. Die potentiell hochwassergefährdeten Flächen befinden sich dabei nördlich des Landgrabens, östlich der Mühlaller sowie im Bereich zwischen der Wieland- und der Schillerstraße und südlich der Niendorfer Straße.

Die Frage aus der Ortschaftsratsrunde, inwieweit die Wohngebäude entlang der „Promenade“ in Allernähe ebenfalls vor einem Hochwasserereignis geschützt werden könnten, soll im Verlauf späterer Planungsschritte geklärt werden. Wichtig sei es, so Kollmeyer, dass die Fördermittelanträge bis zum kommenden März eingereicht werden.