Alte Lok-Modelle

Oebisfelder Ex-Bahner übergibt kleine Schätze für Jubiläumsausstellung

Nicht nur durch die historische Sumpfburg ist Oebisfelde bekannt geworden, sondern auch durch den Bahnhof. Der wurde 1871 im Schatten der Gründung des Deutschen Reiches offiziell eröffnet und entwickelte sich zu einem Knotenpunkt des Verkehrs auf den Schienen.

Von Jens Pickert
Der Ex-Reichsbahner Rolf Janecke übergab den Mitgliedern des Oebisfelder Heimatvereins am Sonntag mehrere Modelle von Lokomotiven.
Der Ex-Reichsbahner Rolf Janecke übergab den Mitgliedern des Oebisfelder Heimatvereins am Sonntag mehrere Modelle von Lokomotiven. Foto/Repro: Jens Pickert

Oebisfelde - Für die Mitglieder des Heimatvereins war es daher fast schon eine Selbstverständlichkeit, an diese Zeit und vor allem an 150-Jahre-Bahnhof zu erinnern – mit einer Sonderausstellung im Burg- und Heimatmuseum auf dem großen Burghof.

„Unsere Ausstellung erhält sehr viel Zuspruch und wurde am Sonntag durch weitere Exponate erweitert“, freute sich Ulrich Pettke, jahrelanger Vorsitzender des Heimatvereins. Für die Erweiterung zeichnete der Oebisfelder Ex-Reichsbahner Rolf Janecke verantwortlich. Dazu Ulrich Pettke: „Nachdem Rolf Janecke bereits am Eröffnungstag das Museum besuchte, ließ er sich am vergangenen Sonntag nochmals dort sehen. Dieses Mal mit Überraschungen im Gepäck – mit mehreren Modelllokomotiven.“ Es seien Modelle, deren Originale einst auch auf dem Oebisfelder Bahnhof fuhren und zum Teil auch dort stationiert waren. So unter anderem eine große Diesellok der Baureihe (BR) 130 und 132. Aber auch die kleinere Rangierlok der BR 106. Letztere fuhr Rolf Janecke in seiner 32-jährigen Berufslaufbahn, in der er 20 Jahre als Rangierleiter fungierte und weitere 12 Jahre auf dem einzigen elektromechanischen Stellwerk von Oebisfelde Dienst tat, einst selbst. Gleiches gilt für seine ebenfalls mitgebrachte alte Dampflokomotive der BR 55.

Angesichts dieser Überraschung und der Tatsache, dass diese Modelle auch einen direkten Bezug zum einstigen Oebisfelder Bahnknotenpunkt hatten, fanden sie in einer der Ausstellungsvitrinen oberhalb der Modellanlage der ehemaligen Wagenwerkstatt ihren Platz und bereichern nun die Bahnausstellung.

Bewegte Geschichte

Zahlreiche Strecken für den Personen- und Güterverkehr wurden einst vom Oebisfelder Bahnhof aus gestartet oder tangierten ihn einschließlich Haltezeiten. Auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieb der Bahnhof der Allerstadt ein Knotenpunkt und Oebisfelde eine Stadt der Eisenbahner - trotz der nun unmittelbaren Nähe zur innerdeutschen Grenze, der Abschottung der Stadt sowie des Fakts, dass Strecken in den Westen Deutschlands abgebrochen wurden.

Das sollte sich nach Ende der DDR jedoch ändern. Der Oebisfelder Bahnhof verlor seit den 1990er Jahren nach und nach seinen Status, Reichsbahner auch ihren Arbeitsplatz oder sie wurden oftmals an weit entfernte Bahn-Standorte versetzt. Geblieben ist der ehemaligen Stadt der Eisenbahner nur noch das Erinnern an die traditionsreiche Bahn-Zeit.