Oebisfelde l Anlass für diesen neuerlichen Vorstoß war die Kommunalwahl, wie die Sprecherin des Behindertenkreises, Rita Glaß, gegenüber der Volksstimme äußert. Das Schreiben wurde an Bürgermeister Hans-Werner Kraul, Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch und an die Seniorenbeauftragte Angelika Odenbach gerichtet. Glaß erhofft sich mit der neuen Legislaturperiode ein stärkeres Interesse für die Belange der Behinderten und Senioren innerhalb der Kommune. „Leider stelle ich immer wieder fest, dass alte wie behinderte Menschen an der letzten Stelle in der Gesellschaft rangieren, das trifft auch immer noch auf unsere Einheitsgemeinde zu“, bedauert Glaß. „Aber das kann sich ja durchaus ändern“, fügt sie hoffnungsvoll dazu.

„Wir als Behindertenkreis innerhalb der Einheitsgemeinde kämpfen schon mehr als zehn Jahre für einen barrierefreien Bahnhof in Oebisfelde. Die Bahnsteige 3 und 4 wurden nach der Wende umgebaut, sind jedoch nur über steile Treppen zu erreichen“, zeigt Glaß die Problematik auf. „Der Bahnsteig direkt am Bahnhofsgebäude wäre barrierefrei zu erreichen, was insbesondere für Menschen eine signifikante Erleichterung bedeuten würde, die auf Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sind. Nicht zu vergessen sind dabei Mütter, die mit Kinderwagen unterwegs sein müssen. So wäre ein für diese Mitmenschen problemloses Ein- und Aussteigen in Zügen möglich. Die technischen Möglichkeiten, dieses Gleis entsprechend zu nutzen, dürften ja wohl noch bestehen“, schätzt die Sprecherin ein.

Was der Behindertenkreis in diesem Zusammenhang als eine Zumutung auffasst, ist die Tatsache, dass sich im mittlerweile veräußerten Bahnhofsgebäude zwar eine sanitäre Einrichtung befindet, die aber nicht öffentlich, also gar nicht nutzbar ist. „Dieser Umstand ist mit normalem Menschenverstand im Sinne der sozialen Für- und Vorsorge nicht zu begründen“, kritisiert die Rentnerin.

Die Sprecherin des Behindertenkreises bittet darum, dass sie für dieses Anliegen Unterstützung findet, damit die Deutsche Bahn AG doch noch zum Handeln bewegt wird.

Problem

Und Glaß greift noch ein anderes, innerstädtisches Problem auf: „Die Verantwortlichen unserer Stadt Oebisfelde sind ja schon bemüht, die Gehsteige innerorts instand zu halten“, räumt Glaß ein. Was der Behindertenkreis jedoch bemängelt, ist die Pflasterung des Marktplatzes und der Burghöfe. „Kopfsteinpflaster mag gut für das Altertum sein, aber nicht für Menschen mit Behinderungen“, urteilt Glaß. Und weiter: „Es sind doch gerade die älteren Bürger, die diese Orte zu verschiedensten Anlässen aufsuchen möchten. Die Gefahren, durch die Pflasterung zu stürzen oder schlimmere Folgen zu erleiden, wiegen oft schwerer als der Wunsch dorthin zu gelangen.“

Lobend erwähnt Glaß in dem Anschreiben hingegen den Anbau des Fahrstuhls an die Oebisfelder Burg. „Jetzt können wir älteren und behinderten Bürger endlich an Veranstaltungen im Rittersaal teilnehmen. Das freut uns im besonderen Maße“, will Glaß betont wissen.