Oebisfelde l Um es vorweg zu nehmen: Dafür meldeten sich 31 Teilnehmer an, die sich Montag im Medien- und Konferenzraum der Landeseinrichtung an der Bahnhofstraße trafen. Mit solch einer großen Resonanz hatte der Leiter der Naturparkverwaltung Drömling, Fred Braumann, nicht gerechnet. Und das brachte er vor der Vorstellungrunde im eigenen Medien- und Konferenzraum dann auch dankbar zum Ausdruck.

Wenn die weiteren theoretischen und praktischen Unterrichte sowie Exkursionen ebenso vielversprechend verlaufen, wie das erste Treffen, dann könnte diese von Braumann als äußerst wichtige Unterstützung für das Arbeitsaufkommen für den Naturschutz zum Selbstläufer werden. Was letztendlich als Ergebnis dieses ersten Projekts dieser Art herauskommt, steht erst im Mai kommenden Jahres fest.

Teilnehmer zahlen Selbstanteil

Ihre Bereitschaft bekundeten die vielleicht zukünftigen Natur- und Landschaftsführer bereits vor Lehrgangsbeginn durch Zahlung eines Eigenanteils in Höhe von 50 Euro. Die weiteren Gelder für einen Lehrgangsplatz übernehmen das Land Sachsen-Anhalt und der Landkreis Börde.

Was außer der hohen Teilnehmeranzahl nicht allein Braumann, sondern auch die Mitarbeiter und Koordinatoren Ulf Stautmeister und Sabine Wieter erstaunte, war der Einzugsbereich, aus dem die Interessenten stammen und deren Motivation fürs Projekt. So gab ein Helmstedter an, dass er durch sein Hobby, die Landschaftsfotografie, motiviert ist. Vater und Tochter aus Gardelegen interessieren sich für die Zoologie, wollen ihr Wissen in der Natur vertiefen. Ein Kunrauer meinte, dass er als Führer von Radwanderungen das komplette Wegenetz im Drömling kennenlernen möchte. Aus Barleben war eine Sozialarbeiterin angereist, die als Natur- und Landschaftsführerin auch Jugendliche durch den Drömling führen möchte.

Bereits fest im Berufssattel als Ranger für die Naturparkverwaltung Drömling ist der Hörsinger Dieter Westphal. Seine Berufslaufbahn in der Natur neigt sich dem Ende entgegen. Was gibt es da nichts Besseres, als sich weiterhin der guten Sache wegen in der Freizeit einzubringen, meinte der Naturfreund aus dem Südteil der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen. Weitere Teilnehmer kommen aus Haldensleben, Klötze, Rätzlingen, Quarnebeck, Ummendorf oder auch aus Oebisfelde.

Selbstständig agieren

Die Ausbildung umfasst die Bereiche Umwelt, Naturschutz und Umweltbildung im Naturpark Drömling. Braumann informierte, dass der Lehrgang so ausgerichtet ist, dass jeder Teilnehmer selbstständig Exkursionen, Vorträge und Aktionen im Rahmen der Umweltbildung im Naturpark Drömling anbieten kann. Deshalb beinhaltet die Ausbildung zur Pflanzen- und Tierweltkunde auch die Geschichte des Drömlings mit einem Schuss Erlebnispädagogik, Kommunikation und Kultur. Schwerpunktthemen der Exkursionen sind der Moorschutz, Tourismus sowie Wiedervernässung und Grünlandbewirtschaftung.

Am Ende der Ausbildung ist im Mai 2018 eine Hausarbeit mit einem Wunschthema vorzulegen sowie Inhalte daraus in einer Führung zu präsentieren. Nach erfolgreichem Abschluss erfolgt dann im Juni die Zertifikatübergabe sowie jährliche Weiterbildungsangebote, blickte Braumann optimistisch in die Zukunft.

Der Leiter der Naturparkverwaltung informierte, dass in anderen Bundesländern die Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer an zentraler Stelle vorgenommen wird, in Sachsen-Anhalt aber eben lokal. Wichtiger jedoch ist, so Braumann, dass die Teilnehmer zu ihren Vorsätzen, dann mit fundierten Wissen und Können, stehen und denen gerecht werden.