Oebisfelde l Vielerorts gibt es ebenso viel zu entdecken. Die Volksstimme und Sabine Wieter von der Verwaltung des Biosphärenreservats stellen in einer Serie die sechs Radwanderwege durch den Drömling vor. Zum Auftakt: die OSL-Tour. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich eine aus Sicht von Naturfreunden und historisch interessierten Menschen vielgeschichtete Radtour. Die Oebisfelder Sumpfburg- und Ländchentour (OSL) ist eine zirka 43 Kilometer lange Strecke. Ausgangspunkt ist die Oebisfelder Sumpfburg. Radler erleben dann den Breitenroder und Buchhorster Drömling als Naturerlebnis hautnah. Über die Stationen Niendorf, Rätzlingen und Gehrendorf führt der Kurs zurück in die Allerstadt. Der Radweg erstreckt sich entlang der Wasserscheide zwischen der Elbe im Osten und der Weser westlich der Naturlandschaft Drömling.

Viele Sehenswürdigkeiten zu entdecken

Um all die Sehenswürdigkeiten zu entdecken, die allein schon die Altstadt von Oebisfelde bietet, sollte unbedingt etwas mehr Zeit eingeplant werden. Wer nicht selbst alles auf eigene Faust erkunden möchte, der sollte sich Informationsmaterial von der Stadt-Info in der Buchhandlung Hoffmann, Burgstraße 9 (am Rathaus) holen.

Auf einer Wasserscheide unterwegs

Irgendwann heißt es wieder: Aufs Rad steigen und Oebisfelde zunächst in Richtung Gehrendorf verlassen. Hierbei haben Radler einen wunderbaren Blick in das Tal der Aller. Das Flüsschen streift den Drömling am südwestlichen Rand und fließt über Wolfsburg zur Weser.

Bilder

Einzigartig artenreicher Drömling

Von Gehrendorf aus geht es weiter in die Drömlingsdörfer Bösdorf und Rätzlingen – ein „Ritt“ auf dem Fahrrad direkt auf der Wasserscheide von Weser und Elbe. In Richtung Norden blickend, zeigt sich ein Teil der Drömlingsniederung. Im Süden fällt bereits schwach der Flechtinger Höhenzug in den Blick des Radlers. Weiter mit dem Rad ist sanfter Tourismus in Reinkultur erlebbar: Die Strecke ist gesäumt von Bäumen und Sträuchern mit quirligem Leben. Es lohnt sich, die Ohren zu spitzen. Entlang der Wege sind der Ortolan und andere Hecken bewohnende Vogelarten zu hören. Weiter oben in Richtung azurblauer Himmel zeigen sich des Öfteren Bussard, Rotmilan und vereinzelt auch die Wiesenweihe. Fast immer in Frühjahr und Sommer können Weißstörche beobachtet werden. Von Rätzlingen hinaus, geht es hinab in die Drömlingsniederung. Hier lädt ein kleiner Unterstand mit Informationen und Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. In den dortigen Feuchtwiesen sind mit etwas Glück sogar der Große Brachvogel und der Kiebitz zu erleben. Der Drömling ist eben einzigartig artenreich.

Entlang des Allerkanals, vorbei am Bösdorfer Schöpfwerk, führt der Weg nach Niendorf und Buchhorst, dem storchenreichsten Dorf im Drömling. Ein kleiner geschichtlicher Abstecher sollte auch in die Dorfmitte von Buchhorst erfolgen. Dort erinnert ein Ehrenfriedhof an Opfer des Faschismus. Wer Glück hat, trifft Klaus Gerike, der die Geschichte dazu erzählen kann.

Grünland für die Weißstörche

Weiter geht es in Richtung Breitenrode über den Mittellandkanal bis zum Allerkanal. Dort gewährt ein mitten im Naturschutzgebiet erbauter Aussichtspunkt einen Überblick über die Biotopmaßnahmen der Stiftung „The Stork-Foundation – Störche für unsere Kinder“, die in diesem Gebiet Ackerflächen in Grünland umgewandelt hat, um dem Weißstorch und vielen anderen Arten bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Zum Abschluss der Tour führt der Radweg über Breitenrode zurück nach Oebisfelde, oder, wer möchte, weiter auf dem Allerradweg zur Weser. Oder einfach noch etwas im Bereich der Sumpfburg und der Mühlaller verweilen.