Oebisfelde l In welchem Ausmaß Ortsbürgermeister der Kommune Oebisfelde-Weferlingen mit den Dienstleistungen durch den Wirtschaftshof der Stadtverwaltung unzufrieden sind, konnte im Verlauf der Stadtratssitzung im Rittersaal dem hemdsärmeligen Redebeitrag des Schwanefelder Ortschefs Holger Funke (WG Schwanefeld) entnommen werden. Funke warf der Stadt, sprich dem Ordnungsamt vor, die Ortsteile verkümmern zu lassen.

So müssen die Einwohner in seinem Wohnort hinnehmen, dass der städtische Spielplatz seit drei Jahren nur noch auf eigene Gefahr genutzt werden darf. Und das sei nur ein Beispiel, dass die Unzufriedenheit in Sachen öffentliche Sauberkeit und Ordnung unter den Ortschaftsräten in der Einheitsgemeinde wachse. Und Funke betonte, dass „Nord und Süd der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen immer noch nicht zusammengewachsen ist“.

Seitens der CDU-Stadtratsfraktion räumte Thilo Jörg Walther ein, dass es der Antrag seiner Fraktion überhaupt erst durch das immer lauter werdende Murren in den Ortschaftsräten auf die Tagesordnung geschafft hat. In dem Antrag fordert die CDU-Fraktion, wie in weiteren Anträgen auch (siehe nebenstehenden Artikel), dass der Bürgermeister der Kommune bis Ende kommenden Oktober prüfen lassen soll, wie es um die Effizienz des Wirtschaftshofes der Stadt im Vergleich zu anderen Dienstleistern und auch in der Betreiberform Eigenbetrieb steht.

Diese Aussage wurde ebenso von den Stadträten und Ortsbürgermeistern Marko Alex (UWG) und Martin Herrmann (SPD) bestätigt.

Sinn des Antrags?

Ihm erschließt sich der Sinn dieses Antrags nicht, den städtischen Wirtschaftshof mit Standorten in Oebisfelde, Weferlingen und Walbeck auf die Möglichkeit hin zu überprüfen, als Eigenbetrieb weiter hin die kommunalen Aufgaben zu erfüllen, hinterfragte Jörg Lauenroth-Mago (Bündnis 90/Die Grünen) diesen CDU-Vorstoß. Wenn überhaupt, „dann muss der Blick von außen daraufgelegt werden“. Heißt, so Lauenroth-Mago, dass zuerst der Stadtrat selbst in der Pflicht ist, anstatt die Stadtverwaltung. Und in Ermangelung der notwendigen Sachkenntnisse, muss folglich eine externe Beratung herangezogen werden.

Einen so nicht erwarteten Vorschlag brachte Stadträtin und Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin sowie Vorsitzende des Ordnungs- und Wirtschaftsausschusses, Bogumila Jacksch (UWG). Sie forderte das Personal in den Standorten Oebisfelde, Weferlingen und Walbeck aufzustocken, statt weiter krampfhaft nach Einsparungen zu fahnden. Die auch nach ihrer Ansicht zu verbessernden Zustände lassen sich nur auf diesem Wege lösen, ist Jacksch überzeugt.

Letztendlich wurde auch dieser CDU-Antrag durch eine von Krems-Möbbeck formulierte Abmilderung bei einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen mehrheitlich in Kraft gesetzt. Nun gilt es die Effizienz des Wirtschaftshofes in Gänze und im Vergleich zu prüfen.