Oebisfelde l Aber nur soweit dies personell und mit der dafür notwendigen Zeit umsetzbar ist. Es wird deshalb nach effizienteren Lösungen gesucht. „Die Kapitulation vor dem Massenanfall dieser Raupenplage mit gesundheitsgefährdendem Potenzial durch die Brennhärchen konnte in diesem Jahr abgewendet werden“, heißt es vom Ordnungsamtsleiter der Kommune Oebisfelde-Weferlingen, Detlef Meyer, im Gespräch mit der Volksstimme. „Aber machen wir uns nichts vor, es handelt sich dabei um ein Anrennen gegen eine massive Belastung, das mit den bisherigen Mitteln nur spärliche Erfolge gebracht hat“, sieht Meyer den Tatsachen ins Auge. Die Belastung durch den EPS-Befall ist in den vergangenen zwei Jahren extrem angewachsen.

Von den 40 000 Eichen, die 2018 von Mitarbeitern der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling außerhalb der Gebiete des Landeszentrums Wald kartiert wurden, konnten lediglich 2000 Bäume chemisch und durch Absaugen in der Kommune Oebisfelde-Weferlingen behandelt werden (Volksstimme berichtete).

Befall in Wohngebieten reduziert

Als Erfolg kann aber verbucht werden, so Meyer, dass Bekämpfungsmaßnahmen in bewohnten Gebieten eine doch erhebliche Reduzierung der EPS-Belastung mit sich gebracht haben. Meyer geht davon aus, dass der EPS-Befall außerhalb von Wohngebieten nicht beherrschbar ist.

Zu ähnlichen Bewertungen kommt auch der Leiter des Natur- und Umweltamtes Matthias Wilcke. Er stellt fest, dass den vom EPS-Befall betroffenen Gemeinden im Landkreis Börde insgesamt zirka 500 000 Euro zur Bekämpfung zur Verfügung stehen. Diese Finanzmittel unterteilen sich in Landesmittel und Eigenmittel der Gemeinden. Die in der Konsolidierung befindliche Kommune Oebisfelde-Weferlingen muss immerhin 13,3 Prozent eigenes Geld aufbringen. Das wird derzeit aus dem eigenen Budget des Ordnungsamtes gezahlt. Geht es darüber hinaus, muss das Geld dem Gesamthaushalt entnommen werden.

Die Gemeinden sind auch für die Beauftragung der Firmen, also die Steuerung der Bekämpfung, zuständig. Die Maßnahmen werden gegenüber dem Landkreis abgerechnet, da dieser Empfänger der Fördermittel vom Land ist. Aus dieser Abrechnung ergibt sich laut Wilcke, dass mit Stand Anfang August 2019 zirka 3000 Bäume chemisch behandelt und von 750 Bäumen in etwa für 25 000 Euro Nester abgesaugt wurden.

Der Bekämpfungserfolg lässt sich vor dem Hintergrund der noch laufenden Maßnahmen nicht abschließend beurteilen, räumt der Amtsleiter ein.Grundsätzlich lässt sich aber feststellen, dass die Bekämpfungsmaßnahmen erfolgreich zu einer deutlichen Linderung der Lage der Betroffenen beigetragen haben. Mit einer vollständigen Beseitigung ist wegen der Ausbreitungsintensität aber nicht zu rechnen, meint Wilcke. Er hofft, dass das Land auch im Jahr 2020 die Bekämpfungsmaßnahmen mindestens unter Beibehaltung der aktuellen Förderkulisse finanziell unterstützen wird.

Im Gegensatz zu Wilcke spricht der Ordnungsamtsleiter von knapp 600 000 Euro an Bekämpfungsgeld. Auf den ersten Blick viel. Doch die Summe minimiert sich rasch, wenn davon ausgegangenen wird, dass das Absaugen einer Eiche rund 70 Euro verbraucht, wenn dort zehn bis zwölf Nester abgesaugt werden. Das ist optimistisch gedacht, denn es sind meist mehr, sogar bis zu über 100 Nester, so Meyer. Für die Zukunft sieht er ein erfolgreiches Zurückdrängen der Spinnerbrut nur durch eine großflächige Bekämpfung, beispielsweise durch den Einsatz von Fadenwürmern, den sogenannten Nematoden.