Oebisfelde/Haldensleben l Doch sehr überrascht musste der Bürgermeister und Verwaltungschef der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Hans-Werner Kraul (CDU), diese Nachricht im Verlauf der jüngsten Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) in der Börde-Kreisverwaltung wie die besagte Kröte schlucken. Als Begründung, so die Kraul-Information, gab die Kreisverwaltung an, dass juristische Gründe dagegen- sprechen, weiterhin die Koordination federführend vorzunehmen. Auch muss eine finanzielle Unterstützung aus denselben Gründen künftig ausbleiben.

Wie Kraul weiter die Nachricht des Landkreises erläutert, sieht die Kreisverwaltung sich bestärkt darin, dass dank eines finanziellen Aufwands und Koordination von aktiven Bekämpfungsaktionen in den vergangenen zwei Jahren durchaus Erfolge zu verzeichnen waren. Nunmehr wird dieses Engagement aufgegeben.

Hintertür bleibt offen

Allerdings bleibt ein Hintertürchen für die Stadt Oebisfelde-Weferlingen offen, hieß es von Kraul. Für spezielle Anliegen bei der EPS-Bekämpfung, das aber nur in Einzelfällen, steht die Kreisverwaltung als beratender Partner zur Verfügung.

In dem nun wohl letzten Zwischenbericht in Sachen Bekämpfung der Spinnerbrut, kommt die Stadt Oebisfelde-Weferlingen zu dem Fazit, dass „eine großflächig allumfassende chemische Behandlung der Eichenbestände in den Schutzgebieten und über den Schutzradius hinaus notwendig ist, um eine wirksame und nachhaltige EPS-Bekämpfung zu erreichen“. Als Alternative wird der Einsatz von Nematoden vorgeschlagen.

Schulterschluss gesucht

Durch den Rückzug des Landkreises entsteht bei der Stadtverwaltung eine erhebliche Mehrbelastung im Bereich der Koordination und Sicherung der Schutzmaßnahmen, weiß Kraul. Entlastend ist dabei die Zusage des Landes, dass von dort weiterhin Geldmittel bereitgestellt werden. Deshalb hat die Stadtverwaltung begonnen, um kommunale Partner für einen Schulterschluss zu werben, somit einen interkommunalen Zirkel im Kampf gegen die Spinnerbrut zu bilden.

Für Kraul besteht aktuell kein Grund zur Panik, „da die finanziellen Möglichkeiten durch die Landesregierung Bestand haben, die Stadt auf der Höhe der Bekämpfungsmöglichkeiten ist“.