Oebisfelde l „Im Leben läuft nicht immer alles nach Plan. Das musstet Ihr nun leider auch erfahren. Für einige von Euch bedeutet die Corona-Krise sicherlich eine ganze Menge Stress und das zusätzlich zu dem Stress, den Ihr ohnehin schon wegen der Prüfungen hattet“, begrüßte Schulleiterin Kerstin Grimm-Neubauer am Freitag die Schüler der Abschlussklassen zum Auftakt der jeweiligen Feierstunden. „Es handelte sich sicherlich um eine Achterbahn der Gefühle, als Ihr von der Schulschließung ab dem 18. März erfahren habt. Mit der Ungewissheit, wann und vor allem wie es für Euch weitergeht, musstet Ihr zurechtkommen. Doch Ihr habt Euch als leistungsstarker Jahrgang gezeigt“, hatte Grimm-Neubauer ein dickes Lob für die Schulabgänger parat.

Sie benannte aus ihrer Sicht zugleich auch das Positive an der Misere: „Seht es einmal so. Das ist eine Vorbereitung fürs Leben. Unvorhergesehene Dinge werden Euch immer wieder treffen, einige vermutlich mit gleicher Wucht wie Corona. Nehmt das als Übungslauf und seht die angespannte Situation als Herausforderung.“

Trotz Corona ein gutes Abschlussergebnis

Grimm-Neubauer sprach ihren Respekt gegenüber allen Zehntklässlern im Land aus. Mit Blick auf die landesweiten Prüfungsergebnisse der schriftlichen Prüfungen in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch, stellte sie fest, „dass sich nur eine leichte Verschlechterung in Deutsch im Vergleich zum Vorjahr landesweit ergeben hat.

Die Leistungsbilanz der Drömlingschule weist für beide zehnten Klassen insgesamt 27 Realschul- und zehn erweiterte Realschulabschlüsse, sowie fünf Hauptschulabschlüsse der kombinierten neunten Klasse aus, was die Schulleiterin als gutes Ergebnis wertete. Grimm-Neubauer sieht in diesem Ergebnis auch ein Funktionieren in Corona-Zeiten von Klassen- und Fachlehrern mit den Elternhäusern. Eine echte Teamleistung, bei der die Schüler in aller Regel mitzogen.

Dass die Abschlusszeugnisse nicht durch „Corona-Kissen“ abgefedert sind, dassbestätigten die Klassenlehrer der 10 a, Peter Minkwitz und Sabine Ende, sowie für die 10 b, Ines Bahls und Beatrix Habekost. Sie als Klassenlehrer waren stets dicht an und bei den Schülern. Und Peter Minkwitz kam unter Tränen nicht umhin, an die durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommene Leonie zu erinnern. Wie sehr dieser Verlust innerhalb der Klassengemeinschaft immer noch zerrt, war dem Schluchzen unter den Jugendlichen der 10 a zu entnehmen. Aber auch das Miteinander auf Klassenfahrten und im Unterricht über die zumeist sechs Jahre im Klassenverband an der Drömlingschule waren stets stimmig, so die Klassenlehrer.

Schulleiterin Grimm-Neubauer gab den Teenagern noch diesen Hinweis mit auf dem weiteren Lebensweg: „Mit den heutigen Zeugnissen erhaltet Ihr ein Dokument, das Euch viele Wege in eine selbst bestimmte Zukunft öffnen kann, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder dem Geldbeutel der Eltern. Ein Luxus, um den Euch Millionen Jugendlicher auf dem Erdball beneiden.“ Sie forderte zum sozialen Verhalten auf. Egoismus darf kein Lebensprinzip sein, so Grimm-Neubauer. Vielmehr sollten die Herausforderungen auch gegen Widerstände angenommen werden. „Das Schulleben an der Drömlingschule hat nun ein Ende, das Lernen aber geht weiter. Bleibt auch in schwierigen Lagen optimistisch“, hieß es von ihr zum Abschied.