Oebisfelde l Eine von dem Projekt begeisterte Schülerschar präsentierte Donnerstag und Freitag zwei Vorstellungen, die das Publikum im jeweils vollbesetzten Zirkuszelt immer wieder zu frenetischem Beifall animierte. Eine mit der Motivation und dem Übungseifer der Grundschüler mehr als zufriedene Schulleiterin Melanie Lutze ließ dann auch keinen Zweifel daran, dass sich Aufwand und Kosten für die Entwicklung der Kinder gelohnt haben. Dieses Zirkusprojekt war nämlich kein Selbstläufer, wie von ihr zu erfahren war. Die Eltern der Grundschüler hatten sich im Vorfeld dazu bereiterklärt, jeweils 10 Euro aus der eigenen Tasche zu zahlen. Letztendlich konnte diese Summe aber durch Gelder, die die Schule verwenden konnte, deutlich verringert werden. Auch das Ensemble vom Zirkus „Happy“ aus Buchhorst ließ mit sich reden, so dass die finanzielle Gesamtbelastung ohne Probleme bewältigt werden konnte, dankte Lutze.

Die „Happy“-Artistencrew mit Jennifer Heinen an der Spitze sowie Janett, Justine, Estefania, Brandon und Sergio leiteten die Mädchen und Jungen im Verlauf der wenigen Übungsstunden so an, dass die Schüler die Grundbausteine der Zirkuskunst mit sehenswerten und unbeschwert anmutenden Darbietungen präsentieren konnten.

Das Publikum bestand zum allergrößten Anteil aus den Eltern, Geschwistern und Großeltern. Für die Zirkusvorstellung hatten sie nochmals Bares in Form von Eintrittsgeld berappt. Doch die Ausgaben sollten sich lohnen. Bereits mit der ersten Akrobatikshow schauten sich einige Eltern an und fragten sich wortlos, ob das wirklich ihr Kind in der Manege ist, das da bei der Präsentation von anspruchsvollen Kunststücken glänzte.

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Es wird ein Geheimnis bleiben, wer denn mehr Lampenfieber hatte: die Angehörigen beim Miterleben oder die Schüler vor ihrem Showteil? Die jungen Artisten jedenfalls beeindruckten mit ihrem Können in der Manege, das immer wieder von frenetischem Beifall begleitet wurde.

Einer der Höhepunkte waren die Darbietungen am Ring-Trapez. Trotz Absicherung durch die Zirkuscrew und im sicheren Halt des Hand- oder Fußgelenks in einer Schlaufe muteten die vorgeführten Showfiguren schon gewagt, aber auch bestens eingeübt an.

Draußen vor dem Zirkuszelt bestimmte grassierendes Lampenfieber das Geschehen. Die Ausnahme bildeten dabei Ben, Carl, Luca und Nick. Sie blieben die Ruhe selbst, wussten um ihr Können, wie mit Ringen und Bällen jongliert werden muss. Die „Happy“-Zirkusleute sprachen nach den beiden öffentlichen Vorstellungen von Schülern, mit denen es Freude bereitet hatte, Kunststücke einzuüben, und über spezielles Verhalten, den Applaus des Publikums herauszulocken.

Abseits des erfolgreichen Zirkusprojekts muss aber auch betont werden, dass die Zirkuscrew so gut wie ausschließlich von derartigen Projekten den Lebensunterhalt bestreitet, immer wieder Requisiten und Kostüme aus dem eigenen Budget erneuern muss. Schon kommende Woche startet für sie eine neue Projektwoche mit Kindern der Kita- und Grundschule in Tülau.