Oebisfelde l Diese Sonderausstellung besteht aus Hunderten Exponaten, die noch lange nicht alle zur Saisoneröffnung ausgestellt wurden, berichtete Vereinsvorsitzender Ulrich Pettke am Pfingstmontag. Die Oebisfelder Heimatfreunde haben diesen Schatz vom Klötzer Jürgen Lemke als Schenkung erhalten. Diese Feldpostkarten, Benachrichtigungen über im Krieg gefallene Soldaten aus den Armee- oder Reservekorps sowie zahlreichen Spezialtruppen der deutschen Reichsarmee und vielen anderen Dokumenten in Kopie und im Original haben fast ausschließlich einen heimatlichen Bezug zu Menschen und Familien. Die Nachkommen stammten und leben noch heute in Oebisfelde und in den Dörfern der Börde und der Altmark.

Diese kurzen Mitteilungen der Soldaten zeigen aber in einer einzigartigen Dokumentation, wie der damals als unausweichlich, deshalb als notwendig propagierte Krieg, der Heldentod und die Todesbereitschaft verherrlicht wurden. Auch lässt sich nachvollziehen, wie die Kirche in einer Art Doppelmoral diese globale Metzelei, die 17 Millionen Tote forderte, auf den Schlachtfeldern begleitete, anstatt dagegen einzutreten.

Diese Sonderausstellung dokumentiert lokale Schicksale zwischen 1914 und 1918 besonders eindrucksvoll. Die Ausstellung wird über den Saisonausklang am 3. Oktober hinaus bis zum Jahresende auf Anmeldung zu besuchen sein, informiert Pettke. In dieser Präsentation werden zudem zwei Bilder des zeitgenössischen Malers Adolph Georg Daniel von Harbou ausgestellt. Die beiden Gemälde stammen aus einem dem Verein überlassenen Nachlass, der von Oebisfelder Heimatfreunden entdeckt worden war (Volksstimme berichtete).

Die Heimatfreunde waren mit dem Auftakt dieses unter Corona-Schutzbedingungen stattgefundenen Saisonauftakts mehr als zufrieden. 50 zahlende Besucher interessierten sich für die auf vier Etagen im historischen Gesindehaus verteilten Exponate. Und auch mit dem Verlauf des Flohmarktes waren sie zufrieden.

Das Burg- und Heimatmuseum mit Aufstieg zum Burgturm hat kommenden Sonntag von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Weitere Infos auf der Homepage: https://heimatverein-oebisfelde.de