Oebisfelde/Weferlingen l Einsprüche gegen den Wahlablauf hat es keine gegeben. Nun folgt am Dienstag, 2. Juli, um 19 Uhr die konstituierende Sitzung des Stadtrates. Den Wahlhelfern sei Dank, dass der Mammutwahltag reibungslos bewältigt wurde, dankt Bürgermeister und Verwaltungschef Hans-Werner Kraul (CDU) nochmals und mit Betonung diesen ehrenamtlichen Helfern. Für ihn hat nun aber der Verlauf der konstituierenden Stadtratssitzung am 2. Juli besondere Bedeutung. Werden doch im Verlauf der Sitzung in Weferlingen die politischen Weichen gestellt, für die die Stadtverwaltung die Masse an Zuarbeit wird leisten müssen.

Aus insgesamt 28 Mandatsträgern wird sich auch der neue Stadtrat zusammensetzen. In der Mehrzahl handelt es sich um vertraute Gesichter, doch nicht nur und nicht in der altgewohnten politischen Zuordnung. Beispielsweise der Walbecker Martin Herrmann hält als Einzelbewerber ein Mandat inne. Ob er sich wiederum der SPD anschließt, ist eine der spannenden Fragen, die am 2. Juli aufgeklärt werden. Eine ähnliche Konstellation ergibt sich mit der Bösdorferin Uta Bruhns, die allerdings als neue Mandatsträgerin für das Wohl der Kommune eintreten will.

Die vielleicht größte Unbekannte dürften die drei neuen Stadtratsmitglieder der Wählergruppe „Wir für Oebisfelde“ sein. In der Wahlaussage eindeutig für die Belange der Stadt Oebisfelde angetreten und in kritischer Distanz zur politisch-strukturellen Ausrichtung der CDU-Fraktion (Volksstimme berichtete), dürfte das Trio sich erst einmal in einer Standortbestimmung in dem Stadtrat versuchen.

Die Fraktion „Die Linken“ erhält mit der ehemaligen Bürgermeisterin und Verwaltungschefin Silke Wolf eine Verstärkung, die sich bis ins Detail mit den kommunalpolitischen Gegebenheiten auskennt – zumal sie auch dem Börde-Kreistag angehört. Es darf mit Spannung erwartet werden, in welchen Fachausschüssen die Linken-Politikerin aktiv mitarbeiten wird.

Die SPD-Fraktion verfügt mit Angela Leuschner, Dirk Kuthe, Sven Groneberg und Hartmut Schmidt über erfahrene wie bewährte Kräfte, die sich bereits in der vergangenen Legislaturperiode durch eine klare Linie zu erkennen gegeben haben. Nicht zuletzt der Abstimmungserfolg, der zum Erhalt des OeWA-Versorgervertrags (Wasser-GmbH) führte, zeugte von Einigkeit innerhalb dieser Fraktionsgruppe.

Die CDU-Mitglieder stellen weiterhin die stärkste Fraktion im Stadtrat. Doch um Beschlüsse mindestens durch Mehrheitsbeschluss durchzubringen, bedarf es politischer Partner, die derzeit nicht zu erkennen sind.

Es wird sich zeigen, wie die CDU-Mandatsträger auch andere politische Kräfte für ihre Ziele, dem Zugewinn an Lebenswert und Wirtschaft zum Wohl der Einheitsgemeinde, überzeugen können.

Wie aus dem Oebisfelder Rathaus zu erfahren war, liegen noch keine Ergebnisse über künftige Fraktionsbildungen vor. Und auch in der Frage, ob der Stadtrat am 2. Juni eine neue Vorsitzende oder einen neuen Vorsitzenden erhalten wird, herrscht zumindest Stillschweigen.

Vorschlagsberechtigt ist die CDU-Fraktion als stärkste Gruppierung. Doch das muss nichts heißen, wie der ausgeschiedene Vorsitzende Thomas May als damaliges Piraten-Mitglied aufgezeigt hat. Auch damals hatte die CDU das Vorschlagsrecht inne.

Tatsächlich werden Namen „gehandelt“: Als Kandidatin wird auch Bogumila Jacksch (UWG) aus Oebisfelde genannt. Andere Stimmen sprechen von einer Entscheidung zugunsten von Marco Alex (CDU) aus Etingen – doch alles ist möglich.

Die Entscheidung fällt am 2. Juli im Verlauf der konstituierenden Sitzung, die unter dem Vorsitz des ältesten Mitglieds des Stadtrates geführt wird. Das ist der Buchhorster Klaus Gerike (UWG).