Bösdorf l Die 45-jährige Bösdorferin ist berufstätige Ehefrau und Mutter von sechs Kindern. Sie steht im Fokus der zweiten Präsentation der lokalen Volksstimme-Serie „Taffe Frauen in Stadt und Land“. Familie, Haus und Hof trägt die Handschrift von Susanne Sass. Vieles davon hat „Mutti“, wie sie von Ehemann Ernst und ihren sechs Kindern liebevoll gerufen wird, mit eigener Hände Arbeit geschaffen: Angefangen von bunten Malereien an einer Hauswand im Innenhof, über eine kleine Springbrunnenanlage im Gartenbereich, bis hin zu vielen bezaubernden kleinen Dingen, die dem Hof Gemütlichkeit und blühende Frische verleihen.

Susanne Sass ordnet sich gern in der Gemeinschaft Familie unter – wenn alles in geordneten Bahnen verläuft. Wie sie selbst sagt, fällt ihr das überhaupt nicht schwer: „Das nährt auch den Zusammenhalt, wenn Mann und Kinder sich austauschen müssen, um für sich selbst klar zu kommen“, sagt sie. Und das scheint offensichtlich zu funktionieren, wie bei dem Gespräch mit der Hauptakteurin für diesen Bericht über die „Taffen Frauen aus Stadt und Land – Teil zwei“ zu beobachten war: Kein Zank, kein Streit, keine Hast oder Eile und mittendrin die drei knuffigen Hofhunde. Selbst die verfallen schnell wieder in einen Ruhemodus, nach dem sie Fremde mit Bellen begrüßt und ausgiebig beschnuppert haben.

Familiensinn in die Wiege gelegt bekommen

Diese offensichtlich bestens in Harmonie funktionierende Familienbande basiert auf einer unterschwelligen aber stets präsenten Hochachtung aller vor Susanne Sass. Die Wurzeln dafür liegen wohl in der Vorbildfunktion und dem Vorleben des Miteinanders durch die taffe Frau. Wie sie berichtet, wurde ihr der Sinn für die Gemeinschaft Familie von ihren Eltern, Manfred und Anneliese Bergwein, in die Wiege gelegt und vorgelebt. Ein Beweis für dieses enge Miteinander könnte auch sein, dass ihre Eltern und die beiden mittlerweile ausgezogenen Kinder Manuel und Laura alle in Bösdorf geblieben sind.

Susanne Sass wurde nicht nur der Familiensinn in die Wiege gelegt, auch die Bodenständigkeit hat dort ihre Wurzeln. Nach der Schulzeit arbeitete die heute 45-jährige gestandene Frau als Melkerin. Nach der Wende schulte sie um, erlernte den Beruf der Floristin. Schon bald wurde daraus der „Beruf Mutter“: Manuel, heute 23 Jahre, wurde geboren. Es folgten Laura (21 Jahre), Fabian (19 Jahre), Maurice (13 Jahre), Angelina (11 Jahre) und Jessica (9 Jahre).

Während dieser Zeit nahm sie sogar einige Nebenjobs an und die Großfamilie zog auch für Jahre nach Wolfsburg in eine Vier-Zimmer-Wohnung – der Arbeit wegen. Vor 13 Jahren folgte dann die Rückkehr nach Bösdorf. Ein Wohnhaus mit Grundstück wurde dort gekauft. Es gab fortan noch mehr zu tun, als die Familie zu umsorgen und in Nebenjobs zu arbeiten. Susanne Sass war immer mittendrin und stets dabei, griff genauso zu Schaufel und Schubkarre wie ihr Ehemann. Das persönliche Pensum von Susanne Sass ist bis heute so geblieben, eine Tätigkeit als Pflegeassistentin in einer Einrichtung in Rühen kam dazu. Nun steht möglicherweise der häusliche Abschied von Fabian an, somit verblieben noch drei Kinder in ihrer Obhut. „Jeder dieser Abschiede tut doch schon weh, auch wenn die Kinder im Dorf wohnen bleiben. Fabian wäre nun das erste Kind, das richtig weit von uns fortzieht. Doch man muss ja wohl loslassen können“, will die auch in solchen Situationen taffe Frau dem Lebensglück ihres Sohnes keine Steine in den Weg legen.

Situation im Badezimmer wird entspannter

Unbenommen davon bleibt der Tagesablauf von Susanne Sass ein geregelter: Täglich steht sie um 5 Uhr auf, besitzt damit das Privileg, als erste das Badezimmer nutzen zu können. Dann wird das Frühstück, zusätzlich die Verpflegung für die Schule und früher für die Hortzeit ihrer Kinder vorbereitet. Der Ehemann ist schon zur Arbeit unterwegs. Dann werden die Kinder geweckt. Was folgt, ist schon filmreif, berichtet sie: „Jeder der Kinder möchte nach eigenem Zeitplan ins Bad, was nicht funktionieren kann. Aber irgendwie funktioniert es jeden Tag und immer wieder, meist ohne mein Zutun. Aber das wird mit jedem Kind, das das Haus verlässt, immer mehr entspannter.“

Gefragt nach Freizeit, meint Susanne Sass, „dass das Familienleben für sie wie Urlaub ist“. Freizeit, die nehme sie sich wöchentlich jeweils an einem Tag. Da geht es zum Shoppen oder zu anderen Vergnügungen. Eben zu all dem, was ihr Freude für diese Zeit bereitet.

Sollten Sie eine taffe Frau kennen, deren Lebensgeschichte so recht zum Thema dieser lokalen Volksstimme-Serie passt, dann informieren Sie die Redaktion telefonisch unter 039002/98 48 98 oder per E-Mail: info.volksstimme@ vsoebisfelde.com, oder besuchen Sie die Redaktion in der Langen Straße 57.