Oebisfelde l Einer der aktivsten Förderer heimatlicher Kultur und damit Motor für den Tourismus, nämlich der Heimatverein Oebisfelde, befindet sich im verordneten Lockdown. „Ob Lockdown, Shutdown oder ,Nichts geht mehr‘, die Corona-Pandemie hat uns in diesem Jahr erneut schwer getroffen. Das normale Vereinsleben ist zum Erliegen gekommen“, ordnet der Vorsitzende des Heimatvereins Oebisfelde, Ulrich Pettke, die derzeitige Situation der über 200 Mitglieder starken Gemeinschaft ein.

Wahlunterlagen bis 30. November zurück

Womit Pettke aber auch verriet, dass es ein Vereinsleben abseits der Normalität gibt. Und das wird unmittelbar von den Ideen, Aktionen und Vorhaben aus der Vorstandsrunde heraus bestimmt.

So ist es nun dazu gekommen, dass die eigentlich längst abzuhaltende Jahreshauptversammlung für dieses Jahr abgesagt werden musste. Als Ersatz gibt es aber erstmals in der Vereinsgeschichte des Heimatvereins so etwas wie eine Jahresversammlung in Briefform, wo bestimmte Informationen als Übersicht gegeben werden. Beschlüsse sind dann bis zum 30. November an den Vorstand zurückzusenden.

Damit diese Entscheidungen durch die Briefwahl auch rechtlich ihre Gültigkeit erlangen, muss die Hälfte der Mitglieder ihr Antwortschreiben an den Vorstand abgeschickt haben – der Poststempel ist dabei ausschlaggebend.

Wetterlings stemmen Mammutaufgabe

Die Mammutaufgabe, jedem Vereinsmitglied einzeln per Brief die notwendigen Informationen einschließlich Kassenbericht und dem dazugehörigen Prüfbericht sowie die Unterlagen für die Vorstandswahl zukommen zu lassen, die wurde von dem Ehepaar Steffi und Steffen Wetterling übernommen, dankt Pettke insbesondere.

Der bisherige Vorstand, sollten keine entsprechenden Anträge kurzfristig eingehen, wird sich von der Anzahl nicht verändern. Bis auf die Mitbegründerin Brigitte Langkopf, die für den Vorstand aus persönlich nachvollziehbaren Gründen auf ein weiteres Mitwirken im Vorstand verzichtet, stellen sich alle bisherigen Vorstandsmitglieder wieder zur Wahl. Als neues Gesicht in dieser Riege kandidiert die Oebisfelder Buchhändlerin Marlis Hoffmann für den Vorstand.

Zukünftig deutlich mehr digital

Vorsitzender Pettke informiert: „Angesichts der vorgeschriebenen Kontaktbeschränkungen und dem Verbot von kulturellen Veranstaltungen hat der Vorstand des Heimatvereins beschlossen, auch die für den 28. November angesetzte Adventsfeier abzusagen. Damit können und konnten in diesem Jahr nur fünf von ursprünglich 18 Veranstaltungen verwirklicht werden. Ein Umstand, der vom Vereinsvorstand sehr bedauert wird.“

Situationsbedingt, also aufgrund der Corona-Pandemie, gab es bei den Vereinsaktiven in diesem Jahr spürbar weniger Arbeitseinsätze. Damit gelang es nicht, alle Vorhaben anzuschieben oder gar fertigzustellen.

Unabhängig davon gab es andererseits jedoch einschneidende Fortschritte für das Vereinsleben. Dank des neuen Mitglieds Niklas Nienstedt stellt sich der Verein inzwischen deutlich digitaler auf. So verfügt der Heimatverein seit dem Frühjahr über eine eigene Homepage. Zudem erarbeitet der Vorstand mit dem Informatikspezialisten für das Museum und die Rundwege digitale Präsentationen, die dann sogar mittels eines QR-Codes abgerufen werden können. Diese unmittelbare Möglichkeit, Informationen direkt an Ausstellungsobjekten im Burg- und Heimatmuseum, entlang der Aller-Radwegstrecke und auch entlang der lokalen Strecke des Grünen Bands bereitzustellen, erhöhen nochmals den touristischen Wert von Oebisfelde, ist Pettke überzeugt.

Noch in diesem Jahr möchte der Heimatverein das Projekt „Schönstes Haus in Oebisfelde“ starten. Es gab bereits zahlreiche Gespräche mit der Stadt und dem Ortschaftsrat, die als ideelle Paten für diese Aktion mitmachen könnten.