Oebisfelde/Buchhorst l Unter den Hammer kamen die drei Grundstücke samt dazugehöriger Gebäude am 28. August bei einer Versteigerungsaktion der Sächsischen Grundstücks-auktionen AG in Leipzig. Rekordverdächtig ist das erzielte Ergebnis deshalb, weil die Immobilien weit geringer veranschlagt waren. Denn das Startgebot für die drei Immobilien lag bei insgesamt 5800 Euro.

Domizil der Passkontrolleure

Im Einzelnen: Bei Immobilie Nummer eins handelt es sich um das alte Dienstgebäude der Grenzübergangsstelle (Güst) in Oebisfelde. Das in den 70er Jahren im typischen Grenztruppen-Kasernen-Stil errichtete Gebäude liegt unterhalb der Oebisfelder Überführung und damit direkt an den aktiven Bahngleisen. Es war unter anderem einst Arbeitsstätte von Mitarbeitern der Grenztruppen, hier der Pass-Kontroll-Einheit (PKE), die dem Ministerium für Staatssicherheit angegliedert war, sowie der Zollverwaltung der DDR.

Nach der Wende, als diese drei Institutionen überflüssig wurden, wurde das Haus schnell leergezogen und sich selbst überlassen.Resultat: Das Haus verfiel. Trotz notdürftiger Sicherung wurde dort auch immer wieder randaliert. In die Schlagzeilen geriet das Gebäude noch einmal in den 90er Jahren. Der damalige Ohrekreis suchte eine Unterkunft für Asylanten. Die Oebisfelder Verwaltung brachte das damals noch halbwegs ordentliche Güst-Haus ins Gespräch. Doch mehr als eine Besichtigung kam nicht heraus. Der Verfall nahm anschließend enorme Ausmaße an. Trotzdem wurde das Haus in Leipzig für 65.000 Euro ersteigert. Das Startgebot lag bei 3000 Euro.

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Immobilie Nummer zwei liegt nicht weit entfernt vom Güst-Haus. Rechts neben dem Schützenheim befindet sich laut Auktionsausschreibung ein „ehemaliges Bahnobjekt, bestehend aus Trafogebäude und einem BSA-Gebäude“. In diesem Gebäude befand sich die der Bahn gehörende Telefonanlage. Außerdem befand sich zu DDR-Zeit in diesem Haus auch eine Wohnung. Diese Immobilie, insgesamt ist das Grundstück zirka 1180 Quadratmeter groß, hätten Bieter bereits für 1000 Euro ersteigern können. Doch das Interesse bei der Versteigerung in Leipzig war, wie bei dem Güst-Haus, groß. Der Hammer fiel erst bei einer Summe von 55.000 Euro.

Keine Angaben über die neuen Besitzer

Groß war das Interesse auch bei Grundstück Nummer drei - dem Buchhorster Bahnhof samt Land. Zirka 18.333 Quadratmeter konnten für das Startgebot von 1800 Euro den Besitzer wechseln. Am Ende konnte sich die Bahn über 36.000 Euro freuen. Die Zeit des Buchhorster Bahnhofs endete 2002 mit der Stilllegung der Bahnstrecke Oebisfelde - Salzwedel. Einige Zeit davor war der Bahnhof schon nicht mehr besetzt, sondern diente nur noch als Haltepunkt. Insgesamt kamen bei der Versteigerung nicht erwartete 156.000 Euro zusammen. Über die neuen Eigentümer machte das sächsische Auktionshaus indes allerdings Angaben. Fest steht, dass alle drei Immobilien laut Angebot „insgesamt allumfassend sanierungsbedürftig“ sind.

Ob saniert oder abgerissen wird, ist natürlich noch unklar. Diesbezüglich hat die Kommune mit derartigen Objekten auch keine guten Erfahrungen gemacht. Beispielsweise mit der Kaserne im Stürholzgarten: Diese wurde vor inzwischen einigen Jahrzehnten von einem Berliner Unternehmen ebenfalls ersteigert und dann aber dem weiteren Verfall preisgegeben. Die Rettung für dieses Haus kam vor knapp vier Jahren. Neue Investoren nahmen sich des Hauses an und sanierten es zu einem Senioren-Domizil mit Schwerpunkt „Betreutes Wohnen“. Betrieben wird es vom DRK des Bördekreises.