Oebisfelde l „Namen, Namen, Namen, die Listen scheinen schier endlos zu sein, die auf auf den Ehrenmalen zu lesen sind“, eröffnete die Oebisfelder Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) ihre Ansprachen zum Gedenken der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, die sie in Oebisfelde, Buchhorst, Weddendorf und weiteren Orten im Stadtgebiet hielt. Wie leichtfertig ein friedliches Miteinander auseinanderbrechen kann, dass verdeutlichte sie mit der Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges, dem bereits zwei Jahrzehnte später ein erneuter Weltkrieg folgen sollte. Es waren beides Vernichtungskriege mit verheerenden Folgen für die Soldaten auf den Schlachtfeldern und für die Zivilbevölkerung. Erstmals wurde sogar die systematische Vernichtung von Menschen vollzogen. Ein Jude zu sein, galt bei den Nationalsozialisten als nicht lebenswert. Diese Marschrichtung des sogenannten Führers endete im dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Die Ortsbürgermeisterin erinnerte, dass mittlerweile seit 73 Jahre Frieden herrscht. Doch sie hält „das Erinnern und das Mahnen weiterhin für eine gesellschaftliche Aufgabe“. „Wir dürfen des Mahnens nicht müde werden !“, lautete ihre eindringliche Botschaft an den Mahnmalen, weil es immer noch weltweit Krieg, Terror, Vertreibung und Verfolgung von Menschen gibt. Weil dadurch weiterhin Menschen sinnlos ihr Leben lassen müssen, weil immer noch Mütter um ihre in Kriegsgebieten getöteten oder vermissten Kinder weinen, lautete ihre Begründung. Jacksch: „So lange es die Menschheit nicht schafft, Frieden auf der Welt zu stiften, dürfen wir nicht müde werden, zu erinnern, dass Krieg nur Opfer kennt.“

Es waren und bleiben wohl die Vereinigungen, wie Feuerwehren, Schützenvereine, Heimatfreunde, Jagdgenossenschaften, Sportvereine, Chöre und Musikkapellen, die diesen Volkstrauertag den angemessenen würdigen Rahmen mit stillem Gedenken und Kranzniederlegungen geben. Für Kommunalpolitiker sollte die Teilnahme hingegen eine Pflicht sein, so Stimmen am Mahnmal in Oebisfelde zu vernehmen.

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Die ältere Generation war besonders in Weddendorf in einer größeren Anzahl bei der besonders zelebrierten Gedenkfeier vertreten. Anderenorts wären mehr Teilnehmer wünschenswert gewesen, urteilte Ortsbürgermeisterin Jacksch. Waren dann doch Jugendliche anwesend, so halfen sie beim Ablauf der Feier. Gefragt, was der Volkstrauertag im Jahre 2018 noch für sie bedeutet, kam zögerlich die Antwort, dass der geschichtliche Hintergrund doch eher verblasst ist. „Anderes ist wichtiger“, so eine Antwort.