Oebisfelde l Ungeachtet der zusätzlichen finanziellen Mehrbelastung im sechsstelligen Bereich für den städtischen Haushalt hat der Hauptausschuss am Montag im Oebisfelder Rittersaal beschlossen, die einstige Kindertagesstätte in Wassensdorf auf dem schnellstmöglichen Weg zu reaktivieren. Das Gebäude soll als Außenstelle der städtischen Kinderbetreuungseinrichtung Knirpsentreff bis zum Mai den Betrieb aufnehmen. Die Federführung für dieses zeitlich ambitionierte Vorhaben wurde Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU) übertragen. Kraul ist ebenso Vorsitzender des Hauptausschusses.

Ob dieses Vorhaben nun aber auch in dieser Art und Weise an den Start gehen kann, darüber muss der Stadtrat in der März-Sitzung entscheiden. Die Kämmerei und der Finanzausschuss werden sich bis dahin Gedanken machen müssen, woher die immerhin 190 000 Euro für maximal 13 Betreuungsplätze kommen sollen, oder ob diese Finanzlast als nicht abgedeckter Posten auf das Gesamtminus draufgesattelt werden muss.

Die Debatte um das Für und Wider einer Krippe mit maximal 13 Plätzen nahm auch am Montag schnell Fahrt auf. Zweifel an der Bereitschaft von Erzieherinnen, in einer befristet eingerichteten Krippe arbeiten zu wollen, so CDU-Ausschussmitglied Marc Blanck, entkräftete Vorsitzender Kraul mit der Aussage, dass die Krippe in Wassensdorf zwar auf zwei Jahre ausgerichtet ist, jedoch die Arbeitsplätze unbefristet bestehen bleiben würden. Silke Wolf von den Linken sprach von typischen Problemen, die in solchen Kleinsteinrichtungen entstehen werden und zu erheblichen Problemen führen können. Zudem fehlten ihr die Planrahmenbedingungen durch das Elternkuratorium – in diesem Fall, das der Kita Knirpsentreff. Für die WfO forderte Matthias Polep klipp und klar, „jetzt nicht auf das Geld zu achten, keine Personaldebatte aufzumachen, sondern zu handeln, um eine negative Außenwirkung zu vermeiden“. Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) sah entgegen der Wolf-Annahme keine Problematik, dass Oebisfelder Eltern ihre Schützlinge nach Wassensdorf transportieren müssten. Sie sah die Wassensdorfer Krippe nach über einem Jahr als notwendige und sofortige Lösung für die Region Oebisfelde. Eine Auffassung, die im Grundsatz von SPD-Ausschussmitglied Sven Groneberg geteilt wurde.

Bevor die Debatte auszuufern drohte, stoppte CDU-Ausschussmitglied Marko Alex den Wortschwall mit dem Antrag zur Geschäftsordnung. Die Konsequenz: Das überraschend einstimmige Votum für die Reaktivierung der Kita zur Krippe.

Und auch bei der Entscheidungsfindung für oder gegen die Schulsozialarbeit in der Grundschule Rätzlingen ließen die Hauptausschussmitglieder die finanzielle Seite außen vor. Einstimmig wurde die Empfehlung ausgesprochen, diese Stelle weiterhin aufrecht zu erhalten. Diese sowie sieben weitere Stellen werden nicht mit EU-Fördermittel durch den Landkreis abgedeckt, also voll bezahlt, und laufen aus. Der Landkreis hat als Lösung vorgeschlagen, dass diese acht Stellen nun zu 50 Prozent durch die Gemeinden mitfinanziert werden. Der Hauptausschuss stimmte zu, schlägt aber eine Prüfung der Finanzierung vor.