Oebisfelde l Die Wobau ist eine 100-prozentige Unternehmens-tochter der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, die auch in diesem Jahr mit der vereinbarten Ausschüttungssumme von 40.000 Euro rechnen kann, erläutert Geschäftsführerin Elke Schächtel. Wirtschaftlich betrachtet gehören zum Wobau-Unternehmen aktuell 504 eigene vermietete Wohnungen und acht sogenannte Gewerbeeinheiten. Weiterhin verwaltet die Wobau 134 Wohnungen und Gewerbeeinheiten, die sich im Besitz von Eigentümergemeinschaften befinden. Zudem werden weitere 87 Wohnungen als Fremdverwaltung betreut.

Derzeit wird eine komplette Verschmelzung der Wobau mit der Wohnungsgesellschaft mbH, der ehemaligen Genossenschaft, angestrebt, war von Schächtel zu erfahren. Das ist eine wesentliche Voraussetzung, um die wirtschaftliche Ausrichtung für bezahlbaren Wohnraum weiter voranzubringen.

Elke Schächtel macht das auch an Zahlen fest: Im zurückliegenden Jahr wurden in Eigentum der Oebisfelder Wohnungsgesellschaft, also der Genossenschaft, insgesamt 930.000 Euro investiert. Entsprechend diesem Zeitraum flossen 660.000 Euro in Maßnahmen der Wobau. Diese insgesamt knapp 1,6 Millionen Euro investierte die Wobau-Geschäftsführung in der Masse für die Modernisierung der Wohnblocks 1 bis 5 in der Oebisfelder Friedrich-Engels-Straße. Diese Modernisierungsmaßnahme wird überwiegend durch Kreditaufnahme und Fördermittel finanziert. In geringem Umfang werden dafür auch Eigenmittel eingesetzt.

Diese umfassende energetische Sanierung umfasst den Anbau eines Aufzugs, eines Laubengangs, sowie die Modernisierung von Heizung, Fenster, Fassade, Dach, Dämmung von Kellerdecken und Drempel, Briefkastenanlagen sowie Neugestaltung der Außenanlagen.

Die Sanierung von ersten leer stehenden Wohnungen hat begonnen, informierte Schächtel. Dazu zählen Erneuerungen von Wohnungstüren, Elek­troinstallationen, Hausfluren und auch die Bereitstellung von Glasfaseranschlüssen. Diese Modernisierungen werden nun in Abstimmung mit den Mietern vorangetrieben. Für die Instandhaltung hat die Wobau insgesamt 410.000 Euro im vergangenen Jahr aufgewendet. Für den aktuellen Wohnraumbestand betragen die durchschnittlichen Kaltmieten für Wohnungen der Genossenschaft 5,20 Euro je Quadratmeter, für die der Wobau 5,62 Euro, so die Auskunft der Geschäftsführerin.

„Anhand der Zahlen kann ein guter Geschäftsverlauf 2020 mit guten Ergebnissen festgestellt werden. Beide Gesellschaften konnten Jahresüberschüsse erwirtschaften“, so Schächtels 2020er Fazit.

Dass in der Region Oebisfelde, einschließlich den niedersächsischen Nachbarregionen, ein scheinbar ungebremster Bedarf an Wohnraum besteht, zeigt der Aufwuchs an Neubaugebieten mit Wohneigentum und Mietwohnungen. Die Wobau kann für 2020 selbst 50 Neuvermietungen aufweisen, für die Genossenschaft gab es hingegen lediglich 11 Neuverträge. Und wie Elke Schächtel informiert, besteht aktuell nur ein absolut geringer Anteil an nicht vermietetem Wohnraum.

Für das aktuelle Jahr hat sich die Wobau das Sanierungsende der Friedrich-Engels-Straße 1 bis 5 vorgenommen. Kostenpunkt rund 700 000 Euro. Beendet werden soll in diesem Jahr auch der Glasfaserausbau. Modernisierungen sind für Wohnraum in der Erich-Weinert-Straße und Schillerstraße geplant. Dafür wird eine Mieterbefragung angestrengt, und Bauaufträge sollen eingereicht werden.

Verkauft werden soll ein unsaniertes Gebäude mit elf Wohnungen, wovon fünf leer stehen. Bereits 2020 hatte sich die Wobau von zwei nicht sanierten Objekten mit insgesamt neun Wohneinheiten durch Verkauf an jeweils einen örtlichen Bauunternehmer getrennt. Auch dort war der Leerstand weit vorangeschritten.

Der Wobau-Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden Stadtrat Sven Groneberg (SPD) sieht das Unternehmen nach dem letzten Wirtschaftsbericht aktuell als positiven Fingerabdruck für Oebisfelde. Groneberg: „Das Jahr 2020 war auch bei der Wobau durch das Corona-Geschehen stark geprägt. Es galt, den normalen Geschäftsbetrieb sowie den Schutz des Mitarbeiterteams sicherzustellen. Das Ziel, die Sanierung und Erweiterung in der Friedrich-Engels-Straße, blieb stets Priorität.“ Die Sanierung werde demnächst abgeschlossen, erste neue Mitverträge würden unterzeichnet. Diese Situation habe Elke Schächtel mit Homeoffice-Lösungen und wechselnder Anwesenheit der Mitarbeiter sehr gut gemeistert.

Groneberg hält es für richtig, dass sich die Wobau von nicht zu sanierenden Objekten getrennt hat. Hier hat der Aufsichtsrat darauf geachtet, dass die Käufer eine Nutzungsperspektive aufgezeigt haben, sagt der Vorsitzende. „Wir möchten verhindern, dass Objekte nur aus steuerlichen oder spekulativen Gründen gekauft werden, dann verfallen und das Stadtbild negativ beeinflussen. Für 2021 gilt es, diesen Weg fortzusetzen“, betont Groneberg.