Oebisfelde l Nicht nur dieser Wohnblock an der Friedrich-Engels-Straße wurde Ende der 1970er Jahre gebaut. Einst sicherlich modernster Wohnraum, nagt bis heute der Zahn der Zeit an den insgesamt 150 Wohneinheiten der Wohnblöcke.

Doch Elke Schächtel als Wobau-Geschäftsführerin weiß auch, dass in dem jetzt zur Modernisierung anstehenden Gebäude zahlreiche treue Mieter leben, die ihre Mietwohnung nicht aufgeben möchten. „Wir werden alles dafür tun, dass die Modernisierungsmaßnahmen, die ja bei laufendem Wohnbetrieb erfolgen werden, die Mieter so gering wie nur irgendwie möglich beeinträchtigen werden“, heißt es von Schächtel.

Doch Baulärm und kleinere Beeinträchtigungen werden nicht ausbleiben, so das Ergebnis des Gesprächs mit der Geschäftsführerin. Die Adressen 1 bis 5 erhalten barrierearme Zugänge. Was sich dadurch ausdrückt, dass der fünfgeschossige Wohnblock zwei separate Fahrstühle erhalten wird. Sogenannte Laubengänge verbinden dann die vierte und die fünfte Etage.

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„Die energetische Sanierung hat klar die Priorität, denn Energie einzusparen, bedeutet ganz klar die Kosten für Vermieter und Mieter niedrig zu halten“, so die Geschäftsführerin. Nach Angaben von Schächtel beläuft sich der derzeitige Mietpreis bei 4,40 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für Bestandsmieter. Nach der Gebäudesanierung wird sich der Mietpreis um die gesetzlichen 2 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erhöhen.

Sozialer Wohnraum

Nach Aussage von Schächtel sind dies niedrige Mietpreise, jedoch keine im Bereich der gesetzlichen Sozialwohnungsmieten. Sozialer Wohnraum, so die Geschäftsführerin, existiere in ganz Sachsen-Anhalt nicht. Da sei der Gesetzgeber gefordert, damit solche Wohnpreise auch in Oebisfelde angeboten werden könnten.“ Zur künftigen energetischen Modernisierung wird dann auch ein Blockkraftheizwerk mit einer Brennwertkesselanlage gehören, das Erdgas als Energiequelle nutzt. Um auch modernen Anforderungen für Parkraum gerecht zu werden, beabsichtigen die Bauherrn, für Bewohner der Wohnanlage zwei Elektrozapfsäulen zu installieren.

Hingegen ist noch nicht geklärt, ob die Nutzfläche der Balkone vergrößert wird. Fest steht jedoch, dass die neu verkleidet werden, hieß es von Schächtel. Wann und in welchem Ausmaß weitere Wohnblöcke an der Friedrich-Engels-Straße saniert werden, die sich im Eigentum der beiden Gesellschaften befinden, hängt davon ab, wie hoch der Zuspruch für Wohnungen im sanierten Wohnblock ausfalle, so Schächtel.

Die Wobau-Geschäftsführerin erwartet in den kommenden Monaten einige Anfragen mehr, was die Wohnungen für den sanierten Wohnblock betrifft. Sie kann sich durchaus vorstellen, dass es sogar zu einem regen Wohnortwechsel „über die Straße“ kommen könnte.