Festveranstaltung mit Konzert und Wiedersehen zum Jubiläum der Siegersleber Marienkirche

150 Jahre alt - und schön wie nie zuvor

Von Ronny Schoof

In der nun 150 Jahre zählenden Geschichte der Marienkirche zu Siegersleben dürfte die Jubiläumsfeier vom Sonntag ein bedeutendes Kapitel darstellen. Vom Auftakt bis zum Zapfenstreich freute sich die Kirchengemeinde über ein gelungenes Fest.

Siegersleben l Margrit Linde, die "Quasi-Küsterin" Siegerslebens, war ganz aus dem Kirchenhäuschen und im höchsten Maße zufrieden, als die letzten Töne des Festkonzerts verklungen und damit unvergessliche Jubiläumsstunden vorüber waren: "Das war alles sehr schön, kaum zu fassen und mit dieser großartigen musikalischen Darbietung ein einmaliger Genuss!" Zusammen mit ihren Helfern im Dorf und im Gemeindekirchenrat hatte Linde das Fest zum Geburtstag des Gotteshauses geplant und vorbereitet. "Wir hatten nicht mit so vielen Leuten gerechnet, aber es ist natürlich toll und der schönste Lohn für die ganzen Mühen im Vorfeld", ließ die Organisatorin ihrer Begeisterung freien Lauf.

Rund 120 Gäste aus dem Ort und der Umgebung, darunter auch Kreis-Superindentent Matthias Porzelle, ließen sich schon beim Gottesdienst am frühen Nachmittag auf das Fest einstimmen. Ein Wiedersehen gab es dabei mit den ehemals hier verantwortlichen Pastoren Thomas Seiler und Frieder Wisch, die es sich auch nicht nehmen ließen, persönliche Grußworte zu überbringen. "Es ist so eine wunderschöne Marienkirche, und ich habe hier auch ganz liebe Menschen entdeckt, die sich um die Kirche gekümmert haben. Vor allem deshalb hat sich die Stiftung hier auch gern engagiert", sagte Seiler. Gemeint war die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die als wieder eingesetzter Eigentümer seit den 90er Jahren die Restaurierung der stark in Mitleidenschaft gezogenen Kirche intensiv vorangetrieben hat.

Auch Frieder Wisch betonte die neue Schönheit der alten Wirkungsstätte: "Manches Mal haben wir hier drin gesessen und überlegt, wie kann es weitergehen. Und nun schauen Sie sich um: über dem Altar wie ein Stück offenen Himmels - das ist ein Geschenk."

"Dieses Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen ist etwas ganz Besonderes", schloss sich Gemeindepfarrer Martin Goetzki an. "Dass dieses Gotteshaus in neuem Glanz erstrahlt, zuletzt mit der Erneuerung der Kirchentreppe, ist der Stiftung zu verdanken und natürlich den Menschen hier vor Ort."

Von der farbenprächtigen und doch würdevoll erhabenen Gestaltung konnten sich alle Besucher im Laufe des Nachmittags selbst eingehend ein Bild machen. Gern gaben die Gastgeber auch Auskunft über die einzelnen historischen und Sanierungsetappen. Gemütliche Plauderei bei Kaffee, Kuchen und Grillwurst ermöglichte die sonnige Sitzecke hinter der Kirche, wo die Helfer alle Hände voll zu tun hatten. "Die Frauen der Sportgruppe und einige andere, denen an dieser Stelle großer Dank gebührt, hatten mehr als 20 Kuchen gebacken. Am Ende war alles leer", konstatierte Margrit Linde. Umso reichhaltiger aber die Eindrücke des Tages, die unter dem Titel "Mit Pauken und Trompeten" im Abschlusskonzert des Kammer-Ensembles "Norddeutsche Barocksolisten" ein akustisch Finale der Extraklasse erreichten.