Neuwegersleben l Die Idee dieser gemeinsamen Interessenvertretung ist nicht neu. Einen ersten Satzungsentwurf legte der Oschersleber Peter Fuchs, der für die Rekonstruktion und feierliche Einweihung der Station Nummer 18 in Neuwegersleben im Jahre 2001 sorgte, vor. Leider starb Peter Fuchs viel zu früh und konnte sein Vorhaben nicht mehr umsetzen.

Doch damit sollte sein Ziel nicht vergessen sein, denn eine immer größer werdende Interessenvertretung von rund der Hälfte aller 62 Stationen der gesamten Linie, angefangen von der Station Nummer 2 in Berlin-Dahlem bis hin zur Station Nummer 54 in Söven, ließen eine überregionale Vereinsgründung nicht in Vergessenheit geraten. Als größte Schwierigkeit für die Umsetzung wurde lange Zeit die beachtlichen Entfernungen zwischen den Telegrafenstationen und dem damit eingeschränkt möglichen Vereinsleben gesehen. So blieb es vorerst bei einer Interessengemeinschaft, die zwar gemeinsame Ideen und Standards abstimmte, aber rechtlich nicht eigenständig aktiv werden konnte.

Durch das immer umfangreicher werdende Engagement vor Ort nahmen die erforderlichen Abstimmungen zwischen den Telegrafenfreunden zu. So trafen sich Vertreter der elf Stationen in Sachsen-Anhalt beim Sachsen-Anhalt-Tag und weiteren überregionalen Veranstaltungen. Inzwischen findet im Abstand von zwei Monaten auch ein Stammtisch in Magdeburg statt. Im Rahmen dieser Zusammenkünfte reifte die Idee der Vereinsgründung.

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Als Gründungsort wurde die Station in Neuwegersleben gewählt. Diesem Anlass entsprechend, stellte Werner Neum als Vertreter dieser Station das codierte Zeichen „Vereinigung“ mittels der beweglichen Flügel auf dem Dach des Gebäudes ein und signalisierte damit einen wichtigen Tag in der Geschichte der optischen Telegrafie.

Gekommen zur Vereinsgründung waren Frauen und Männer aus dem Bereich Sachsen-Anhalt der Stationen 11 in Ziegelsdorf, 12 in Schermen, 16 in Ampfurth, 18 in Neuwegersleben und 19 in Pabstorf sowie von den Standorten Nummer 20 in Veltheim, 23 in Liebenburg und 28 in Bevern-Warbsen im Bereich Niedersachsen.

Als Versammlungsleiter agierte Torsten Wambach, Vertreter des Standortes Nummer 11. Er erläuterte die vorbereitete Satzung und verwies auf wichtige Aufgaben des Vereines, wie beispielsweise die weitere Erforschung der optischen Telegrafie, die Förderung der Heimatpflege sowie des Denkmalschutzes in Bezug auf die erste Telegrafenlinie Deutschlands. „Auch künftig wird jeder Standort eigenständig arbeiten“, so Torsten Wambach, denn an den Strukturen der einzelnen Standorte ändert sich durch die Vereinsgründung nichts. Regelmäßige Telegrafentage, Führungen und Rundgänge durch Standorte und jährliche Höhepunkte wird es auch weiterhin in gewohnter Weise geben.

15 Gründungsmitglieder bekundeten an Ort und Stelle ihren Eintritt in den überregionalen Verein. Wie Torsten Wambach weiter berichtete, bestünde zudem weiteres Interesse zur Mitgliedschaft von Telegrafenfreunden aus Nordrhein-Westfalen sowie Brandenburg. Als Vorstandsmitglieder wurden Torsten Wambach (Vorsitzender), Henning Fuchs (Stellvertreter) als Vertreter der Station 18 sowie Klaus Schmeißer (Stellvertreter) vom Allgemeinen Deutsche Fahrradclub Magdeburg sowie Birgit Blumhagel (Kassenwartin) gewählt.

Im Rahmen der Vereinsgründung wurde an das umfangreiche Engagement von Peter Fuchs erinnert. Die Teilnehmer der Gründunsgversammlung legten dazu Blumen auf seinem Grab nieder.

Der zweite Teil der Gründungsversammlung fand auf der Telegrafenstation in Ampfurth statt. Nach einer Stationsführung durch Achim Röttger und Albrecht Hinze, beide Telegrafenfreunde der Station Nummer 16 und Gründungsmitglieder des Vereines, wurde bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit gegeben, Ideen auszutauschen.