Oschersleben l Die ersten Hürden haben die Männer und Frauen in Sachen Deutsch bereits genommen. Seit August kämpfen sie sich durch die Hürden unserer Sprache. Die aktuell 15 Teilnehmer aus sieben verschiedenen Ländern wie Deutschland, Bulgarien, Russland, Griechenland, Litauen, Kasachstan und Syrien werden am Ende in 660 Stunden mehr als nur die deutsche Sprache gelernt haben. Katrin Kunze, Programmbereichsleiterin der Kreisvolkshochschule Oschersleben, erklärt zum Integrationskurs: „Es gibt verschiedene Arten der Integrationskurse. Am häufigsten angeboten werden die allgemeinen Integrationskurse. Diese haben einen Umfang von 660 Stunden. Davon sind 600 Stunden Sprachunterricht und 60 Stunden Unterricht zu Politik, Geschichte und Gesellschaft in Deutschland.“

Ziel des Sprachunterrichts sei in erster Linie, die Männer und Frauen fit für den Alltag zu machen. Der Umgang mit Ämtern und Behörden werde genauso „geübt“, wie der Gang in die Schulen, die Vorbereitung auf eine Ausbildung, die Organisation der Kinderbetreuung oder die Suche nach einem Job oder einer Wohnung.

Anspruch auf einen Inte-grationskurs haben neu zugewanderte Ausländer aus Nicht-EU-Staaten, Spätaussiedler und Deutsche mit unzureichenden Deutschkenntnissen, weil sie im Ausland geboren oder aufgewachsen sind. EU-Ausländer und seit Kurzem auch Asylbewerber aus Syrien, Eritrea, dem Iran und Irak können auf Antrag ebenso an einem derartigen Kurs teilnehmen.

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Der aktuelle Integrationskurs in Oschersleben geht noch bis März. Dozentin Beate Minz zeigt sich mit den bisherigen Ergebnissen ihrer Schüler zufrieden. Wie gut ihre Schützlinge die deutsche Sprache bereits beherrschen, stellen sie unter Beweis, wenn sie ihre Heimatländer vorstellen. Vor wenigen Tagen hatte Bashar Albahri den Platz von Beate Minz vor der Tafel eingenommen. Sehr intensiv hatte sich der Syrierer auf seinen Vortrag vorbereitet. Der gelernte Elektroingenieur erzählte über die Geschichte, Geografie, Kleidung, Musik und Essen seines einst sehr schönen Heimatlandes.

Aus den gezeigten Videos konnten die anderen Kursteilnehmer ersehen, wie grün Syrien ist, welch schöne Städte, wie beispielsweise Damaskus, das Land hatte. Auch einen Einblick in den Alltag der Syrer bekamen die Zuschauer. Gestaunt wurde über das viele Grün und die prächtigen Brunnen in den Häusern. In Bashar Albahris Stimme, er hielt seinen Vortrag in einem bereits guten Deutsch und teilweise Englisch, klang eine gewisse Wehmut und Sehnsucht mit. Und wenn ihm die passenden Worte nicht einfallen wollten, halfen die anderen Männer und Frauen aus. So stellten sie gemeinsam unter Beweis, was sie schon gelernt haben.

Während Bashar Albahri über sein einstiges Heimatland berichtete, bereitete eine Etage tiefer in der Küche der Volkshochschule seine Frau, die erst vor wenigen Wochen mit den Kindern zu ihrem Mann nachreisen konnte, gemeinsam mit Mahmoud Khleif ein typisch syrisches Essen mit verschiedenen Speisen zu. Die Teilnehmer und Dozenten des Integrationskurses ließen sich mit Rindfleisch gefüllte Teigtaschen,Nudeln, mit Gemüse im Ofen gegarte Hähnchenkeulen und auch süße Nachspeisen schmecken.

Bis zum Ende des Integrationskurses im März werden auch alle anderen Teilnehmer ihre Länder vorgestellt haben.