Barneberg l Das ging zackig: Von einem zum anderen Montag ist die leerstehende Scheune entlang der Kirchstraße, Ecke Ernst-Thälmann-Straße, aus dem Ortsbild verschwunden. Ein großer Schutthaufen ist an ihre Stelle gerückt – und ebenjener gibt einigen Barnebergern Anstoß zur Kritik. Stellvertretend für sie meint Peter Walter: „Am Abriss der Scheune, daran besteht wohl kein Zweifel, führte kein Weg vorbei. Aber wir befürchten, dass nun ein neuer Schandfleck im Dorf geschaffen wurde, das hätte man sicher auch anders regeln können.“

Eine entsprechende Eingabe der Bürger zur Ratssitzung vorigen Mittwoch in Barneberg konnte nichts mehr bewirken, da war es bereits zu spät, hatte der Landkreis bereits eine sogenannte Ersatzvornahme veranlasst. „Ich selbst habe erst am Montag davon erfahren, und am Dienstag ist schon der Bagger angerückt“, so Walter. Bürgermeister Horst Scheibel bestätigt: „Das ging ruckzuck. Der Landkreis hat sich dessen angenommen, weil akute Gefahr im Verzug war.“ Die Gemeinde habe keinen Einfluss mehr darauf gehabt.

Sandsteinfassade sollte bleiben

Wunsch der Bürger und Gemeinde war es, einen Teil der Sandsteinfassade entlang des Gehwegs zu belassen, weil das zum einen ins Ortsbild gepasst und zum anderen den aufgehäuften Schutt dahinter dem Auge verborgen hätte. Hintergrund ist, dass sich das Abrissobjekt sowohl auf einem Gemeinde- als auch einem privaten Grundstück befand und die Beräumung nun wohl nur auf dem Gemeindeareal erfolgen wird. „Wir werden unseren Teil natürlich beräumen lassen“, versichert Horst Scheibel, „aber der private Eigentümer ist nicht zwingend dazu verpflichtet.“ Daher gehe auch er davon aus, dass jede Menge Schutt liegenbleibt.

Bilder

„Wir wollten die Mauer gern auf etwa 2,50 Meter Höhe stehen lassen“, so der Bürgermeister weiter, „haben das aber nicht genehmigt bekommen.“ Grünes Licht hätte es dafür nur gegeben, wenn eine aufwendige Sicherung gewährleistet worden wäre. Dazu war die Gemeinde offenbar nicht bereit, und hier setzt auch die Kritik der Barneberger an: „Der Gemeinderat hat eine Entscheidung des Landkreises hingenommen, die vermutlich nur am Schreibtisch getroffen wurde. Das war übereilt, man hätte durchaus auch eine Lösung im Sinne aller Beteiligten finden können“, meint Peter Walter.