Oschersleben l „Für den Abriss des alten Stellwerkes selbst eine Sperrung des Bahnverkehrs zu beantragen und einen Schienenersatzverkehr zu organisieren, wäre für uns sehr teuer geworden. So nutzten wir den Montag als Abrisstag. An diesem Tag hatte die Bahn den Zugverkehr auf dem Gleis in Richtung Magdeburg wegen Tiefbauarbeiten ‚lahm‘ gelegt und wir konnten das Stellwerk abreißen“, berichtet Bewos-Geschäftsführer Dr. Thomas Harborth. Die Bewos ist bekanntlich Inhaber des alten Bahnareals, auf dem unter anderem laut Beschluss des Oschersleber Stadtrates ein Jugendzentrum entstehen soll. Ursprünglich sei geplant gewesen, das alte Stellwerk zu sanieren, es an Ort und Stelle stehen zu lassen. „Das jedoch hat die Bahn abgelehnt, da das Gebäude zu dicht an den Gleisen steht. Um mit der weiteren Planung des Geländes voranzukommen, blieb nur der Abriss“, so Harborth.

Bahnexperte und Autor vieler Bücher rund um das Thema Eisenbahnen, Dirk Endisch, hatte auf Volksstimme-Nachfrage berichtet, dass das Stellwerk samt seiner Technik aus den 1920er Jahren stammen müsse. Wie auf dem Foto ersichtlich, war auf dem Gebäude das Kürzel „Opf“ zu lesen. „Dieses steht übrigens für Oschersleben - Personenbahnhof - Fahrdienstleiter“, so Endisch. Wie der Autor weiter berichtet, sei das Stellwerk bereits 2006 außer Betrieb gesetzt worden.

Erst Abriss, dann Vermessung

Direkt unter dem Stellwerk verliefe die Grundstücksgrenze des einstigen Bahnareals. Erst mit dem Abriss könne nun die Vermessung vorgenommen werden. Ein Teil des gesamten Geländes, rund 10.000 Quadratmeter werden an die Stadt Oschersleben verkauft, da hier das Jugendzentrum entstehen soll. Für den Kauf und Nebenkosten in Höhe von 35.000 Euro hat der Stadtrat bereits grünes Licht erteilt.

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Das geplante Jugendzentrum war auch Gegenstand der Tagesordnung der jüngsten Stadtratssitzung. Einstimmig beschlossen die Stadträte die Maßnahme „Jugendzentrum am Bahnhof“ in das bereits vor mehr als einem Jahr beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept als kontinuierliche Fortschreibung aufzunehmen. Dieser Beschluss sei wichtig, um nach Möglichkeiten der Förderung für das Jugendzentrums zu suchen.