Oschersleben l „In den beiden Wurfhütten, die die Wiesenpark-Mitarbeiter 2006 selbst bauten, haben wir 51 Frischlinge groß gezogen“, erzählt der Leiter des Wiesenpark-Tiergeheges, Björn Löffler. Also boten die Wurfhütten dem Wildschweinnachwuchs 13 Jahre lang Schutz. Aber die Holzhütten sind eben auch in die Jahre gekommen. Um diese erneuern zu können, bekam die Stadt Oschersleben besondere Hilfe.

Michael Wasian, Reporter des MDR, fand, dass die Erneuerung der Wurfhütten im Tiergehege des Wiesenparks ein lohnendes Projekt in der Reihe „Mitmachen statt meckern“ ist. In der Volksstimme folgte der Aufruf zum Mitmachen an freiwillige Helfer und Sponsoren. Natürlich ist auch der rührige Wiesenpark-Förderverein an der Aktion beteiligt. Wie Vereinschef René Herbert berichtet, gingen noch am Sonnabend bei ihm die ersten Anrufe ein, meldeten sich Spender. „Wir übernehmen die Materialkosten für die Aktion“, teilte der Vereinschef am Montagmorgen mit. Gemeinsam mit Vereinsmitglied Heinz Semmler begab auch er sich zum Arbeitseinsatz.

Schonend für das Stadtsäckel

Bürgermeister Benjamin Kanngießer hatte zu Beginn betont, dass dieser besondere Arbeitseinsatz das Stadtsäckel schont. Der Wiesenpark, vor allem aber der Unterhalt des Tiergeheges, gehören zu den sogenannten freiwilligen Aufgaben. Immer mehr müssten sich die Städte und Gemeinden strecken, derartige Aufgaben überhaupt noch leisten zu können. Zumal kleine und große Bürger seit Jahrzehnten das Tiergehege bei freiem Eintritt nutzen können. Gemeinsam mit dem Wiesenpark-Förderverein werde viel unternommen, den Oscherslebern diese Grüne Lunge zu erhalten.

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Die Gunst der Stunde, einmal das Revier der Wildschweine betreten zu dürfen, nutzen auch die Mädchen und Jungen sowie die Erzieherinnen der Kitas „4 Jahreszeiten“ und „An den sieben Bergen“. Bevor sie sich auf einen Rundgang durch das Tiergehege machten, erlebten sie den Aktionsstart.

Fleißige Helfer packen an

Kräftige Männerarme aus den Firmen Forstservice Christian Glase Ovelgünne, vom Holzhandel 24 Oschersleben, vom Bau- und Hausmeisterservice Andreas Herrmann aus Hornhausen sowie Zimmermann Mirko Slotta sowie René Herbert und Heinz Semmler vom Förderverein fackelten nicht lange und begannen mit dem Abriss der Hütten. Da es auf dem Areal der Wildschweine zwei Wurfhütten gibt, machte Björn Löffler kurzerhand einen Wettbewerb aus dem Aufbau.

Zwei Teams wurden gebildet, die klotzten ordentlich ran. Zum Mittag standen die fertigen Hütten. Es gab weder Sieger noch Gewinner, mit dem „Wettbewerb“ sollte einfach nur der Ehrgeiz geweckt werden. Zumal die beiden Teams beinahe zeitgleich die Arbeit an den Wurfhütten beenden konnten. Bevor die Wildschweine ihr angestammtes Areal wieder eroberten, die Rüssel am frischen Bauholz schnupperten, erhielten alle Helfer eine Medaille.