Ummendorf l 15 Frauen der Abteilungen Nordic-Walking, Gymnastik und Fitness-Sport wuseln munter durch das Sportheim in Ummendorf. Bewaffnet sind sie mit Putzlappen, Eimern oder mit Besen und Harken. Der halbjährliche Großputz steht auf dem Programm. Dabei wird alles gereinigt, was Bedarf hat. Es geht Fenstern, dem Sanitärbereich sowie den Außenanlagen zu Leibe.

„Das hat Tradition seit etlichen Jahren“, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Rainer Jung beim Vor-Ort-Termin der Volksstimme. „Einst hat der damalige Vorsitzende, Stefan Mattauch diese Kooperation mit den Nordic-Walking-Frauen begründet.“ Danach wurde zwei Mal im Jahr das Sportheim von den Damen gründlich gereinigt. So ist es geblieben, nur dass jetzt weitere Abteilungen mit zupacken. Die Nordic-Walking-Frauen haben heute zehn Mitglieder, die Fitness-Gruppe ebenfalls. Bei der Gymnastik gibt es inzwischen drei Gruppen mit insgesamt 30 Frauen. „Wenn hier geputzt wird, dann ist mittlerweile mächtig was los“, sagt Rainer Jung.

Notwendig seien die Aktionen geworden, da der Verein das Sportheim und die Anlagen allein unterhalten muss. Ein-Euro-Kräfte, die früher zum Einsatz kamen, gibt es in der Form nicht mehr. „Da ist uns die Hilfe der Frauen sehr willkommen“, erklärt der Stellvertreter. Als Lohn für die Mühen gibt es ein gemeinsames Essen nach dem Einsatz. Die Aufgabe hat äußerst motivierte Damen zum Sportheim geführt und sie packen gehörig an. Selbst die Umgestaltung der Blumenrabatte in ein insektenfreundliches Biotop haben die Frauen in die Hand genommen. Dafür brachten sie Pflanzen aus den Hausgärten mit. „Die Gemeinde unterstützt uns wo sie nur kann“, sagt Rainer Jung. „Da ist auch in diesem Jahr viel passiert, aber wir sind natürlich auch gefragt.“

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Nutzungskonzept

Auch bei einem weiteren Problem gehen Verein und Gemeinde einen gemeinsamen Weg. Dabei geht es um ein Nutzungskonzept für den Altbau des Sportheims. „Den haben einst die Ummendorfer Sportler in den 70-er Jahren selber errichtet“, erzählt der Stellvertreter. „Es ist viel Arbeit in den Bau geflossen und lange Jahre wurde er ausgiebig genutzt.“ Im Jahr 2000 wurde der neue Anbau fertig gestellt, der seitdem Sanitäranlagen und Kabinen beinhaltet. Unter dem Dach gibt es einen großen Raum, der im Auftrag der Gemeinde vermietet wird. „Die neuen Räumlichkeiten waren natürlich ein echter Quantensprung“, versichert Jung. „Im Altbaubereich ist der Clubraum untergekommen. Doch inzwischen ist er zweigeteilt.“

Ein Bereich dient jetzt als Hort. Angesichts der in den letzten Jahren angewachsenen Mitgliederzahl von 100 im Jahr 2012 auf jetzt 260, werde der Platz aber eigentlich wieder benötigt. „Wir haben natürlich vollstes Verständnis für die Unterbringung der Kinder, eine Dauerlösung ist das aber nicht“, fügt Rainer Jung hinzu.

Für den Fall, dass der Bereich wieder frei wird, werde derzeit ein Nutzungskonzept mit einem Planungsbüro und der Gemeinde erarbeitet. „Es geht auch darum, den jetzigen Hortteil entsprechend zu sanieren. So lange der Schwebezustand aber anhält, ist das nicht möglich“, sagt er.