Optische Telegraphie

1832: 1. Teilstrecke Berlin - Magdeburg der Optischen Telegraphenlinie Berlin-Koblenz geht in Betrieb

1833: Gesamte Linie bis Schloss Koblenz ist fertig

Trassenverlauf: 588 Kilometer mit 62 Telegraphenstationen in heutigen sechs Bundesländern

Telegraphenradweg: aus der Verbindung aller ehemaligen Stationen soll ein überregionaler Radweg zwischen Berlin und Koblenz entstehen, auch unter Nutzung vorhandener Radwege, Ziel ist auch einheitliche Beschilderung, Verlauf in Teilabschnitten bereits fertig, einsehbar unter: www.optischertelegraph4.de

Oschersleben l Die Stadt Oschersleben selbst ist Mitglied der Interessengemeinschaft Optische Telegraphie. Stand doch einst vor den Toren der Stadt die Station Nummer 17. Fachbereichsleiterin Christiane Klare nahm als Vertreterin der Stadt an der Jahreshauptversammlung teil, während Bürgermeister Benjamin Kanngießer als Gast ein Grußwort an die Interessenschaft richtete und darin das Ehrenamt würdigte. Zugleich bezeichnete er es als gemeinschaftliche Aufgabe, den demographischen Wandel in den Vereinen zu meistern. Dazu gehöre auch, ordentlich Werbung zu machen.

„Wir sind auf jüngeren Zuwachs eingestellt. Entsprechend wurde gerade unsere Internetseite für den Telegraphenradweg erstellt. Das sind Projekte, die sich an jüngere Leute richten“, meint Torsten Wambach. Als Vorsitzender der Interessengemeinschaft blickte er auf die zahlreichen Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück und schaute zugleich auf die Vorhaben des neuen Jahres. Von 22 Mitgliedern waren am Sonnabend 13 Mitglieder nach Oschersleben zur Jahreshauptversammlung gekommen. Sie vertreten die verschiedene ehemaligen Telegraphenstationen von der Grenze zu Brandenburg über die Börde bis in den Harz.

Kommunikation per Telefon

Im vergangenen Jahr fanden sich die Mitglieder zu verschiedenen Treffen wie Vorstandssitzungen, die als Telefonkonferenzen abgehalten werden und zu zwei Stammtischen zusammen. Ein Stammtisch fand im Technikmuseum in Magdeburg statt. Dem Museum konnte im Mai zur Langen Nacht der Wissenschaft eine Miniattrappe eines Telegraphenmastes, von Joachim Schulz gebaut, übergeben werden. Nun könne mit dem voll funktionsfähigen Modell auch im Museum telegraphiert werden. Zudem wurde im Rahmen eines weiteren Stammtisches das Ummendorfer Börde-Museum besucht.

Dreimal kam im vergangenen Jahr die Arbeitsgruppe „Internetseite“ zusammen, um die Umsetzung des Internetprojektes abzustimmen, um „Hausaufgaben“ zu verteilen.

Zu einer Tradition seien bereits die Info-Stände der Interessengemeinschaft im Burger Roland-Gymnasium geworden. Auch im vergangenen Jahr wurde dort eine Veranstaltung organisiert. Die Vereinsfahrt führte die Mitglieder der Interessengemeinschaft nach Brandenburg. An den Stationen Nummer 4, 6, 7 und 9 wurde Werbung für den Verein gemacht, tauschten sich die Mitglieder mit den Brandenburgern über deren Aktivitäten rund um die Telegraphenlinie aus. Die Stationen Nummer 14, 16, 18, und 19 beteiligten sich 2017 am 10. Tag der Industriekultur, konnten 117 Besucher in den Stationen begrüßt werden. Auch auf dem Sachsen-Anhalt war die Interessengemeinschaft wieder vertreten.

Kein Potenzial für Radweg

Enttäuscht zeigt sich die Telegraphisten über die Reaktion des Wirtschaftsministeriums. An das Ministerium war ein Brief gegangen mit der Bitte um Unterstützung bei der Umsetzung des Telegraphenradweges. Minister Armin Willingmann antwortete, dass der Radweg kein Potenzial für einen überregionalen Radweg habe, sondern nur eine Radroute sei. „Wir sind mehr als eine Radroute und vor allem aus dem Ehrenamt heraus entstanden. Zudem hätte der Radweg ein Alleinstellungsmerkmal für ganz Deutschland“, betont Torsten Wambach. Der zugleich berichten kann, dass 2018 der Streckenverlauf des Telegraphenradweges im Harz abgestimmt werden soll. Im Landkreis Jerichower Land konnte der Radweg indes komplett beschildert werden.

Gute Nachrichten gibt es indes von der Station Nummer 16 in Ampfurth zu berichten. Hier konnte eine neue Beschilderung angebracht werden, damit Besucher die Station im Burgturm auch finden. Zudem flatterte der Fördermittelbescheid in Höhe von 50 000 Euro ins Haus. Damit könne auf dem Burggelände in Ampfurth nun eine Toilettenanlage auch für Besucher der Telegraphenstation gebaut werden.