Oschersleben l Natalie Nowak ist schier aus dem Häuschen, als der Probelauf der Vertikalseil-Nummer durch ist. „Ihr seid fantastisch, ihr seid eine super Truppe, lasst euch drücken“, freut sich die Trainerin und nimmt Sophia, Anna sowie ihre anderen kleinen Zirkuskünstler in die Arme. Da ist von einer nüchternen Physikerin nichts zu spüren, die Natalie Nowak im Hauptberuf ist, jedoch die Akrobatik genauso liebt. „Die Physik ist für den Kopf und die Akrobatik für das Herz. Und bei diesem Projekt hier in Oschersleben, da geht mir das Herz so richtig auf.“

Dieses besagte Projekt sind die Ferienspiele der Awolinos, also der Oschersleber Zirkustruppe der Arbeiterwohlfahrt. Zu denen Zirkusdirektor Jens Klamm alias Caro Caruso am Montag fast 100 Kinder und Jugendliche aus Oschersleben und mehr als einem Dutzend anderen Orten des Bördekreises in der Oschersleber Bewos-Sporthalle an der Puschkin-Schule begrüßt hat. Gut 50 dieser Kinder und Jugendlichen gehören zum Stamm-Ensemble der Awolinos, gut 40 sind neu in der Manege.

„Unser Ziel ist unter anderem, den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich auszuprobieren, etwas zu lernen und dann auch das Ergebnis ihrer Arbeit öffentlich zu zeigen“, sagt Jens Klamm. Denn während die Proben an den zurückliegenden vier Tagen zwar nicht hinter verschlossenen Türen, aber doch ohne viel Publi- kum über die Bühne gegangen sind, werden heute in der Bewos-Sporthalle etliche Zuschauer erwartet. Und zwar zu einer Abschluss- vorstellung, die um 10 Uhr beginnt und etwa eine Stunde dauern wird.

Bilder

Abwechslungsreiches Programm

„Wir haben unter anderem die Kindertagesstätten sowie die Ferienhorte direkt eingeladen und wünschen uns soviel Zuschauer wie möglich“, sagt Jens Klamm. Der ein abwechslungsreiches und niveauvolles Zirkusprogramm verspricht.

Denn mit den Leistungen der jungen Zirkuskünstler ist längst nicht nur Natalie Nowak mehr als zufrieden. Auch die anderen fünf Zirkustrainer, die für dieses Ferienprogramm von außerhalb engagiert worden sind – sowie der Zirkusdirektor selbst – haben eine mehr als gute Meinung von den Projekt-Teilnehmern. „Alle geben sich sehr große Mühe. Und während sich in der Vergangenheit bei solchen Projekten meistens etwa zehn Prozent der Teilnehmer schon nach ein zwei Tagen verabschiedet haben, sind diesmal so gut wie alle von Anfang bis Ende geblieben“, freut sich Jens Klamm.

Acht Nummern

So dass es heute absolut keine personellen Probleme geben wird, um die geplanten acht Zirkusnummern in voller Länge zu präsentieren. Bei denen neben der von Natalie Nowak betreuten Vertikalseil-Gruppe beispielsweise auch Zauberer, Jongleure, Seiltänzer, Ball-Akrobaten, Gymnastiktänzer oder auch Diabolo-Künstler ihr Können zeigen werden.

„Diese Vorstellung wird sicher wieder ein Höhepunkt unserer Arbeit“, sagt Jens Klamm, der im Jahr 2011 die Awolinos ins Leben gerufen und bereits ein Jahr später auch mit den Zirkus-Ferienprojekten begonnen hat. Das auch diesmal wieder von zahlreichen Eltern sowie von Sponsoren unterstützt wird. „Auch dafür möchte ich mit recht herzlich bedanken“, so Jens Klamm.