Hordorf l In einem Punkt sind sich die Mitglieder des Bauauschusses einig: Wenn das Projekt „Radweg zwischen Oschersleben und Hordorf“ jemals umgesetzt wird, dann richtig. Und richtig heißt in diesem Fall, dass bedacht werden müsse, wie und von wo aus die Radfahrer sicher aus Oschersleben heraus oder hinein fahren können.

Vor allem Bauausschuss-Vorsitzender Torsten Schubert machte deutlich: Die Trassenführung des Radweges zwischen der Bodestadt und dem Ortsteil sollte so verlaufen, dass Radfahrer ebenso so sicher in Richtung Großalsleben und Güntherdorf fahren könnten, dass dieses Teilstück entlang der L 24 mit eingebunden wird. Doch noch ist nicht klar, wie die Trasse des Radweges, der am Donnerstag, 5. April, im Bauausschuss zur Diskussion stand, überhaupt verlaufen soll.

Vor etlichen Jahren war die Stadt davon ausgegangen, mit eigenen Kräften des Bauhofes einen Radweg zwischen Hordorf und Oschersleben bauen zu können. Doch allein die Trassenführung wurde zum Problem. Deshalb erhielt das Magdeburger Planungsbüro Muting den Auftrag, nach Alternativen und Konfliktpunkten zu suchen.

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Planungsbüro stellt drei Trassen vor

Was dabei heraus kam, stellte Geschäftsführer Jan Göppel am Donnerstagabend dem Bauausschuss vor. Das Büro hat drei Trassen vorgeschlagen: Östlich und westlich der L 101 sowie östlich der Bode. Alle drei Varianten eint, dass der Erwerb von Grund und Boden sowie das Fällen von Bäumen notwendig sein werde. Alle drei Trassen würden teilweise durch ein Landschaftsschutzgebiet und auf Teilschutzdeichen des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) führen.

Auf den ersten Blick scheint die Variante 1 mit der Trassenführung westlich der L 101 (links aus Hordorf kommend) mit nur vier Konfliktpunkten die beste und auch mit knapp 900.000 Euro die kostengünstigste Variante zu sein. Zumal hier nicht die Gefahr der Überflutung bei Hochwasser der Bode bestünde.

Norbert Kurzel, Hordorfs Ortsbürgermeister, brachte ins Spiel, den Weg so sparsam wie möglich zu bauen. Das brachte ihm das Gegenargument ein, dass, wolle man Fördermittel beantragen, sämtliche Vorschriften, die es beim Radwegebau zu beachten gäbe, auch einzuhalten seien. Und ohne Fördermittel wäre das Projekt kaum stemmbar. Die nächsten Hausaufgaben sind festgelegt: Mehr Klarheit zum Trassenverlauf können nur Gespräche mit dem LHW bringen. Diese sollen nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Jede Route birgt Konflikte

Übrigens: Der Radweg zwischen Hordorf und Oschersleben verläuft entlang einer Landesstraße. Es gibt für diese Straßen eine Prioritätenliste für die Radwegplanung mit über 500 Projekten. Hordorfs Radweg sei hier auf Platz 405 zu finden.