Klein Oschersleben l Noch gut ein Jahr ist der Ortschaftsrat von Klein Oschersleben im Amt. Diese Tatsache nahm Ortsbürgermeister Jörg Gildemeister zum Anlass, um im Rahmen einer erweiterten Ortschaftsratssitzung den Bürgern zu präsentieren, was in den vergangenen Jahren geschaffen wurde, welche Ziele es für die Zukunft des Dorfes gibt, wie die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat aussieht.

Gut 50 Klein Oschersleber hatten sich zur erweiterten Ortschaftsratssitzung auf den Weg in den Gemeindesaal gemacht wie auch die Ortschaftsräte Dieter Plümecke. Jörg Gildemeister und Eckart Römmer. Von der Stadtverwaltung hatten sich Bürgermeister Benjamin Kanngießer und Astrid Häbecke, Sachgebietsleiterin Friedhofswesen, Grün- und Parkanlagen, eingefunden.

50 Bürger anwesend

„Wir sind angetreten, in unserer Ortschaft etwas zu bewegen“, machte Jörg Gildemeister zu Beginn deutlich. Jährlich würde der Ortschaftsrat eine Zuarbeit zum Finanzplan der Stadt leisten. „In Sachen Investitionen werden wir nur bescheiden berücksichtigt“, so Gildemeister. Von 1990 bis 2002 war Klein Oschersleben eine eigenständige Gemeinde. „In dieser haben wir Fakten geschaffen, auf die wir stolz sein können. Doch seit der Eingemeindung tat sich so gut wie nichts. Doch wir wollen keinen Stillstand“, machte Gildemeister deutlich.

Lobend hob er hervor, dass der Stadtrat Entscheidungen der Ortschaftsräte akzeptiere. Jedoch könne dieser nur im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten handeln. Worauf ein Bürger fragte, ob es denn nicht möglich sei, die Schlüsselzuweisungen aus der Investitionspauschale entsprechend der Einwohnerzahlen auf die Ortsteile umzulegen, damit diese mit einem eigenen Budget arbeiten könnten.

Dies sei rein rechtlich nicht möglich, antwortete Bürgermeister Benjmain Kanngießer. Aber die Stadt habe intern ein Modell erarbeitet. Würde dieses bei der nächsten Haushaltsplanung Brücksichtigung finden, könnte Klein Oschersleben künftig über 12.000 bis 13.000 Euro verfügen.

Mehr Geld in Aussicht gestellt

Als wichtige Ziele, die in der Zukunft realisiert werden müssen, formulierte Jörg Gildemeister die Sanierung der Kita, das Schaffen von Bauplätzen für junge Leute, um der Vergreisung vorzubeugen und den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses.

„Doch das tägliche Geschäft bereitet uns Sorgen“, damit sprach er den Bürgern im Gemeindesaal aus dem Herzen. Denn mit dem täglichen Geschäft bringen sie vor allem die schlecht gepflegten Grünanlagen, Dreck und Müll in Verbindung.

Viele Ziele im Blick

Ex-Bürgermeister Dieter Klenke bezeichnete die aktuell vom Baubetriebsamt praktizierte Pflege der Grünanlagen und Arbeit der Mitarbeiter in Teams, die für mehrere Ortsteile zuständig sind, als uneffizient. „‚Der Gemeindearbeiter gehört in den Ort“, so seine Forderung. Die Arbeitsgruppen hätten sich nicht bewährt und gehörten wieder abgeschafft. Auch Gildemeister machte die Förderung auf, dass jeder Ort wieder seinen Gemeindearbeiter bekommt.

„Wir sind deshalb nicht zufrieden, weil wir es schon mal besser hatten. Mit einem Gemeinderarbeiter im Ort können wir schneller auf Probleme und dringend anstehende Arbeiten aufmerksam machen und reagieren“, ist sich Jörg Gildemeister sicher. Aktuell gehören zum Team drei Kollegen des Baubetriebsamtes, die für die Orte Groß Germersleben, Klein Oschersleben, Hadmersleben, Alikendorf und Kleinalsleben zuständig sind.

Vorwurf der Ineffizienz

Viele kritische Worte fielen auch hinsichtlich der vielen Hundehaufen oder freilaufender Hunde. Hier wurden mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt gefordert. „Ein gemeinsamer Gang durch den Ort wäre wohl mal angebracht“, meinte der Klein Oschersleber Friedel Graßhoff.

Zu den vielen Kritikpunkten gerade hinsichtlich der Grünlandpflege wird sich der Leiter des Baubetriebsamtes, Steffen Czerwienski, in einem gesonderten Beitrag in der Volksstimme äußern.