Gröningen l Ein vorfristiges Weihnachtsgeschenk ist der DRK-Wohngemeinschaft für Menschen mit seelischer Behinderung „Kaktus“ ins Haus geflattert. Mit 6120 Euro kann das Projekt „Miteinander, füreinander auf dem Bauernhof“ fortgesetzt werden. Die Fördermittel kamen von Lotto Sachsen-Anhalt und werden aus Einnahmen der Glückspirale finanziert.

Was verbirgt sich hinter dem Projekt „Miteinander, füreinander auf dem Bauernhof?“ Kirsten Ueckermann leitet die DRK-Wohngemeinschaft für Menschen mit seelischer Behinderung. Sie berichtet, dass vor gut drei Jahren die Tiertherapeutin Silke Gabriel aus Dees- dorf in die Einrichtung kam und ihr Projekt „Miteinander, füreinander auf dem Bauerhof“ vorgestellt hat. Konkret bedeutet dies, dass die Bewohner auf den Bauerhof fahren und dort mit den Tieren arbeiten. Sie versorgen Kühe, Schafe, Hühner oder Pferde, füttern sie, bringen die Pferde auf die Weide, misten aber auch die Ställe aus. Andererseits ist Zeit zum Kuscheln und Streicheln der Hasen oder Meerschweine. Und weil nicht alle Bewohner auf den Bauerhof fahren können oder wollen, kommt andererseits Silke Gabriel mit verschiedenen Tieren nach Gröningen. Im Sommer werden in der Außenanlage, im Winter drinnen, kleine Gegehe aufgebaut, damit die Frauen und Männer die Häschen oder Meerschweinchen beobachten oder streicheln können. „Die Tiere sind Balsam für die Seele“, sagt Kirsten Ueckermann, diese Erfahrungen hat sie, seit das Projekt läuft, sammeln können.

Seit Juni 2018 gibt es das Projekt, das mit einer Förderung für drei Jahre ausgelegt ist. Mit den jetzt gezahlten Fördermitteln kann das letzte Jahr abgesichert werden

Bilder

„Und das Angebot wird sehr gut angenommen. Einmal pro Woche, immer mittwochs, fahren unsere Bewohner nach Deesdorf. Es sind wechselnde Teilnehmer, jeder soll die Chance bekommen, sich auszuprobieren“, berichtet die Einrichtungsleiterin. Die Wohngemeinschaft „Kaktus“ hat 46 Bewohner.

Mittwochsnachmittag kommt Silke Gabriel nach Gröningen in die Wohngemeinschaft. Sie bringt dann Meerschweinchen oder Zwergkaninchen mit.

Beziehung zu Tieren

Einerseits bringt das Projekt „Miteinander, füreinander auf dem Bauernhof“ Struktur in den Tag, anderseits lernen die Bewohnern das gemeinsame Agieren. Für die teilnehmenden Frauen und Männer ist auch die Interaktion zwischen sich und dem Tier wichtig. Das Aufziehen eines Schaflämmchens mit der Flasche beispielsweise ist eine ganz besondere und wichtige Erfahrung. „Zum Abschluss des Förderprojektes wollen wir einen Kalender mit den Tieren des Bauernhofes erstellen und ihn in der Einrichtung aufhängen“, berichtet Kirsten Ueckermann. Mit den Fahrten auf den Bauernhof können sich die Teilnehmer auch ablenken. Die Corona-Pandemie beschäftigt sie, sorgt für Ängste und Sorgen. Das wurde bereits im März beim ersten Lockdown deutlich und zeigt sich jetzt, da Weihnachten vor der Tür steht, erneut.