Oschersleben l Die Eigenheimsiedlung in Emmeringen entsteht bereits. Sie trägt den Titel „Vor dem Kirchental“. Das Projekt ist schon länger in der Vorbereitung. Jetzt ist der letzte nötige Beschluss des Stadtrates im amtlichen Mitteilungsblatt veröffentlich worden. Damit ist er rechtskräftig.

Das Gebiet, um das es geht, befindet sich westlich der Emmeringer Straße. Im Norden wird es durch Grundstücke an der Kleinen Kirchtalbreite begrenzt, im Süden durch das Grundstück Emmeringer Straße 16. Tatsächlich lässt sich schon einiges erkennen. Unter anderem stehen bereits die Laternen.

Die Größe des Areals wird in den städtischen Unterlagen mit mehr als 26 000 Quadratmetern angegeben. Bisher wurde die Fläche vor allem landwirtschaftlich genutzt. Künftig sollen dort 25 bis 30 Wohnhäuser entstehen. Zulässig sind sowohl Einzel- als auch Doppelhäuser. Die Grundstücke sollen etwa 700 bis 1150 Quadratmeter groß sein. Um sie erreichen zu können, wird eine Planstraße gebaut. Der Bau-, Wirtschafts- und Umweltausschuss hat auf seiner jüngsten Sitzung dafür gestimmt, dass sie den Namen „Julius-Kühn-Straße“ erhält. Das letzte Wort hat jedoch der Stadtrat, der sich noch mit der Namensgebung befassen muss. Auch die Planstraße ist bereits kurz vor der Fertigstellung.

Mit dem Bau beginnen

„Danach können die ersten Eigentümer mit dem Bau ihrer Eigenheime beginnen“, erklärt Wolfgang Nehring, der das Wohngebiet erschlossen hat. Wie er informiert, seien bereits 50 Prozent der Grundstücke verkauft worden beziehungsweise reserviert.

Da nicht auszuschließen war, dass es auf der Fläche Bodendenkmäler hätte geben können, gab es vor „bodeneingreifenden Maßnahmen“ eine entsprechende Untersuchung. Gefunden wurde laut Wolfgang Nehring allerdings nichts.

Weiter steht in den Unterlagen: „Trotz der seit Jahren zu verzeichnenden Bevölkerungsabnahme besteht eine Nachfrage nach Wohnbauland. Offensichtlich lässt sich der Bedarf nicht allein aus der Bevölkerungsentwicklung ableiten, sondern geht aus der Nachfrage nach bestimmten Wohnformen, insbesondere dem Einfamilienhaus, hervor.“ Es habe sogar eine entsprechende Untersuchung gegeben. „Für den Landkreis Börde ist im Ein- und Zweifamilienhaus-Segment demnach mit einer 5 bis 15 Prozent Zunahme trotz sinkender Bevölkerungs- und Haushaltszahlen zu rechnen“, ist in der Begründung des Bebauungsplanes zu lesen. Das neue Wohngebiet in Emmeringen solle dazu beitragen, diesen Bedarf zu decken.

Planung für zweites Gebiet

„Die Fläche ist (...) in besonderem Maße geeignet. Ausgehend von einem vorhandenen Bedarf, (...), entspricht die Lage am Rand des zentralen Ortes Oschersleben mit dem Ortsteil Emmeringen dem Wunsch der üblichen Bauinteressenten. Der Ortsteil soll abgerundet und die südlich gelegene Splittersiedlung in den Ortsteil eingebunden werden“, so die Unterlagen weiter. Interessierte können sich den Bebauungsplan während der Dienstzeiten im Verwaltungsgebäude im Peseckendorfer Weg 3 anschauen. Die Dienstzeiten sind: montags von 8 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr, dienstags von 8 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 17.30 Uhr, mittwochs und donnerstags von 8 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr.

Während der jüngsten Sitzung des Bau-, Wirtschafts- und Umweltausschusses. War darüber hinaus von einem weiteren Baugebiet die Rede. Es trägt den Namen „Auf dem Georgenhorst“ und befindet sich östlich der Großalslebener Straße - genau zwischen der Bode und der Georgenhorststraße. In der Beschlussvorlage ist zu lesen: „Das Flächenangebot für den Eigenheimbau ist in der Kernstadt einschließlich Emmeringen nicht ausreichend. Mit der Entwicklung des Baugebietes in Emmeringen konnte die Nachfrage auf Bauland zwar etwas verringert werden, aber der Bedarf an Baugrundstücken innerhalb der Kernstadt ist nach wie vor groß.“ Doch bis in diesem zweiten Gebiet Interessenten mit dem Bau beginnen können, wird es noch eine Weile dauern. Im Ausschuss ging es zunächst um die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Den Unterlagen zufolge ist das Gebiet rund 7500 Quadratmeter groß. Wie Edith Sander vom Fachbereich Bauen und Umwelt berichtete, steht auch hier ein Investor bereit, der die Fläche entwickeln möchte.

Torsten Schubert (CDU) wies als Ausschussvorsitzender darauf hin, dass das Areal zwar idyllisch gelegen, aber „nicht ganz günstig“ zu bebauen sei. Das hängt mit der Nähe zur Bode zusammen. In den Unterlagen heißt es dazu: „Um die Stadt vor Schadensersatzansprüchen zu bewahren, wird die Verwaltung beauftragt, auf der Grundlage des Aufstellungsbeschlusses die Stellungnahme der unteren Wasserbehörde abzufordern. Teile des Geltungsbereiches liegen im festgesetzten Überschwemmungsgebiet. Das Verfahren wird nur fortgeführt, wenn die Stellungnahme der unteren Wasserbehörde (…) positiv ausfällt.“ Ein Stück weiter findet sich jedoch auch folgende Passage: „In einem ähnlichen Verfahren hatte die untere Wasserbehörde keine Bedenken zu einer Überplanung beziehungsweise Bebauung eines Bereiches.“ Laut Edith Sander seien zum Beispiel Schutzmaßnahmen denkbar.

Dreistöckiges Gebäude

René Herbert (FUWG) verwies auf das Gelände der ehemaligen Stadtmühle. Dort will die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos ein dreistöckiges Gebäude errichten lassen. Weil der Baugrund durch die Nähe zur Bode ebenfalls schwierig ist, werden Betonsäulen in den Boden gegossen. Es sei fraglich, ob ein Vorhabenträger für ein Einfamilienhaus einen ähnlichen Aufwand betreiben könne, so René Herbert. Das jedoch sei eine Angelegenheit des Investors. Torsten Schubert merkte an, dass auch die Verkehrsanbindung des Wohngebietes kompliziert werden könnte. Darüber hinaus kündigte er an, dass die Diskussion über das Vorhaben im nichtöffentlichen Teil der Sitzung fortgesetzt werden solle. Der Beschluss des Gremiums solle dann auf die nächste Sitzung vertagt werden. Dem schlossen sich die Ausschussmitglieder einstimmig an.