Oschersleben l Es ist Mittwochvormittag im Neubrandslebener Weg in Oschersleben. Nico Fricke und Martin Bölke arbeiten auf dem unbefestigten Teilabschnitt der Straße im Nordwesten Stadt. Gekleidet in orangefarbenen Anzügen schippen sie Unmengen von Kaltschotter von einem Multicar. „Zehn Tonnen insgesamt werden wir bestimmt heute verarbeiten“, sagt Nico Fricke. Diese Ladung sei nicht die erste am heutigen Tag, weitere würden noch folgen.

„Das sind super Jungs, auf die kann ich mich verlassen. Generell darf ich sagen, dass wir nur gute Leute haben, mit deren Leistungen ich vollkommen zufrieden bin“, sagt Fred Häbecke, Leiter des Sachgebietes „Bauhof“ im Fachbereich „Bauen und Umwelt“ der Stadtverwaltung. Dieser Teil seiner Kollegen ist heute also für das Flicken von Löchern im Neubrandslebener Weg zuständig. Doch die Aufgabenfelder der Abteilung Häbeckes reichen noch viel weiter.

Vier Säulen

So teilt sich das Sachgebiet in vier Säulen auf. Sieben Mitarbeiter seien für die Unterhaltung von Straßen- und Gehwegen zuständig, zwei weitere kümmerten sich um die Straßenreinigung. „Die Kollegen sind also mit der Kehrmaschine unterwegs oder reinigen manuell“, ergänzt der Vorgesetzte Steffen Czerwienski, Leiter des Fachbereiches „Bauen und Umwelt“ bei der Stadtverwaltung.

Eine weitere Säule ist die Abteilung „Beschilderung und Technik“. Hier gehört auch die kommunale Werkstatt dazu. Außerdem steht Fred Häbecke eine Mitarbeiterin für die Verwaltungsaufgaben zur Seite.

„Ein großer Teil der durch uns abzuarbeitenden Aufträge kommen aus dem Tagesgeschäft. Das heißt, dass uns Bürger mitteilen, wo etwas klemmt“, erklärt Czerwienski. Andererseits würden aber auch Kontrollen durch die Mitarbeiter selbst erfolgen. „Dabei ist das Schadensaufkommen nach der Frostperiode am größten“, ergänzt Fred Häbecke. Mehr als 300 Aufträge lägen derzeit vor, die aktuell intensiv abgearbeitet würden. Dazu gehören vor allem Straßen- und Gehwegreparaturen sowie die Erneuerung von Verkehrsschildern. „Wir sind aber auch für Absperrungen zuständig und das Aufstellen von entsprechenden Schildern bei Wohnungsumzügen“, berichtet Fred Häbecke weiter. Auch bei Großveranstaltungen sind die Mitarbeiter fest eingebunden, stellen beispielsweise die Hütten für den Weihnachtsmarkt auf. „Wir sind eine Woche vorher da und eine Woche danach sind wir immer noch dabei“, macht Fachbereichsleiter Steffen Czerwienski deutlich.

320 Mülleimer im Stadtgebiet

Ein weiterer Brocken der anstehenden Arbeit würde auf die insgesamt 320 Mülleimer im gesamten Stadtgebiet, also auch in den Ortsteilen, anfallen. Rund zwölf Kubikmeter Müll fallen so pro Woche an. Auch zur Beseitigung von Ölspuren würden die Leute aus dem Bauhof ausrücken.

Ferner müssten die fünf städtischen Spielplätze der Kernstadt in der Weinbergstraße, in der Klagenfurter Straße, im Wiesenpark, im Knochenpark sowie am Hackelberg kontrolliert werden. „Das macht ein Kollege einmal pro Woche. Ich übernehme die Jahresinspektion. Extra für diese Aufgabe habe ich mich zum Spielplatzprüfer weiterbilden lassen“, erzählt Fred Häbecke. Werden Schäden festgestellt, würden zumindest die kleineren Reparaturen sofort erfolgen.

Ein weiterer großer Aufgabenbereich in der Abteilung Fred Häbeckes ist der Winterdienst. „Wir hatten während dieser Saison zwar keinen richtigen Winter, aber wir sind trotzdem stets bereit“, sagt der Leiter. So würden er und seine Mitarbeiter von Dezember bis März die benötigte Technik und das Streumaterial vorhalten.

In der kommenden Woche steht eine Riesenaufgabe an. „Wir haben in unserem Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile rund 3000 Regeneinlässe, also die Sinkkästen an den Straßenrändern. Diese müssen alle gereinigt werden“, berichtet Fred Häbecke. Dazu werde er alle verfügbaren Kräfte seiner Abteilung einsetzen.

13.000 Baume sind zu kontrollieren

Eng verzahnt ist der Bauhof mit der Grünflächenabteilung, also dem Sachgebiet „Friedhofswesen, Grün- und Parkanlagen“. Die Leiterin ist Astrid Häbecke. Ein Team bestehend aus drei Mitarbeitern ist für die Pflege und Unterhaltung des Friedhofes in der Kernstadt zuständig. Ein weiteres Team, es besteht aus sechs Kollegen, ist für die Grünflächenpflege in Oschersleben, in Hordorf, in Günthersdorf sowie in Neubrandsleben zuständig. Das dritte Team „Baumpflege“ besteht aus zwei Mitarbeitern, die in allen Ortsteile einschließlich der Kernstadt arbeiten. „Außerdem haben wir noch drei weitere Teams aus insgesamt zehn Mitarbeitern, die die Ortsteilbewirtschaftung übernehmen“, erklärt Astrid Häbecke. Zu den Aufgabengebieten gehören neben der Grünflächenpflege die Straßenreinigung, die Aufsichtspflicht an öffentlichen Gebäuden sowie an Gebäuden mit unbekannten Eigentümern, der Winterdienst, Friedhöfe, Müll sowie Spielplätze.

„Zu unseren Aufgaben gehört auch, die etwa 13.000 Bäume im Eigentum der Stadt regelmäßig zu kontrollieren. Das ist schon eine gewaltige Aufgabe“, sagt die Abteilungsleiterin. Eine Mitarbeiterin würde die Gehölze in regelmäßigen Abständen fachkundig kontrollieren. Viel zu tun gebe es auch auf den Friedhöfen. Hier steht, wie jedes Jahr, die Überprüfung der Standfestigkeit der Grabmale an.

Doch auch die täglichen Hinweise aus der Bevölkerung würden stets abgearbeitet. So bittet Sachgebietsleiter Steffen Czerwienski auch abschließend: „Wenn Einwohner die eine oder andere Frage oder Anregungen haben, dann sollten sie einfach unsere Mitarbeiter ansprechen.“