Oschersleben/Ampfurth l Anfang September übte Ampfurths Ortsbürgermeister Andreas Schmalstieg deutliche Kritik an der Grünflächenpflege in seinem Ortsteil. Er erläuterte, dass bis vor ein paar Jahren täglich ein Mitarbeiter des Bauhofs dagewesen sei. „Da wusste man sofort, an wen man sich wenden kann“, so Schmalstieg. Das sei mittlerweile nicht mehr so. Zwar funktioniere der direkte Kontakt mit dem Bauhof der Bodestadt immer noch gut, aber ein wirkliches System sei nicht mehr erkennbar. An verschiedenen Stellen gebe es Probleme mit Wildwuchs und Unkraut.

Doch nicht nur für den Ampfurther Ortsbürgermeister ist die Grünflächenpflege ein Thema. Auch in verschiedenen Ausschuss-Sitzungen und am Lesertelefon der Volksstimme wurde sie angesprochen. Dass es Probleme mit der Grünflächenpflege in Oschersleben und den Ortsteilen gab, gibt auch die Stadtverwaltung zu. „Wir hatten Anfang des Jahres ein paar Probleme mit unserem Dienstleister“, erklärt der Fachbereichsleiter für Bauen und Umwelt, Steffen Czerwienski. Jedoch seien diese mittlerweile abgestellt worden.

Allgemein schätzt er den Zustand der Grünflächen in Oschersleben als gut ein. „Auch die bekannten Stellen in Ampfurth werden von uns nun regelmäßig beschnitten und gepflegt“, erläutert er weiter. Er wisse aber auch, dass das nicht jeder Anwohner so sehe. „Es bleibt aber nicht aus, dass einzelne Stellen objektiv nicht die gleiche Wertigkeit haben, wie sie durch einzelne Anwohner gesehen werden.“ Solche objektiven Wahrnehmungen auf das gesamte Stadtbild zu projizieren, sei aber nicht richtig.

815.000 Quadratmeter Grünfläche

Wichtig sei dabei auch, dass die Grünflächenpflege ein eigenes Sachgebiet sei und nicht zur Aufgabenstellung des Bauhofes gehöre. Dieser sei vorrangig für die Straßenunterhaltung in der Bodestadt zuständig. Insgesamt 815.000 Quadratmeter fallen in der Stadt und ihren Ortsteilen in die Zuständigkeit des Fachbereiches Grünanlagenpflege. „Das sind in Summe rund 114 Fußballfelder, die wir zu bewirtschaften haben“, erklärt Czerwienski weiter. Diese Fläche gliedert sich laut dem Fachbereichsleiter in kommunale Grünflächen sowie Friedhöfe. Aufgrund der Größe sei man nicht in der Lage, jede Grünfläche wöchentlich zu bewirtschaften. „Einen festen Zeitplan, wann welche Fläche dran ist, gibt es nicht.“ Jedoch gebe es die Zielstellung, dass jede Grünfläche aller vier Wochen gärtnerisch betreut werden soll. Dabei entscheide ein Vorarbeiter über den genauen Ablauf. „Dieser gibt den Plan dann an den Dienstleister weiter“, so Steffen Czerwienski.

Insgesamt gibt es in Oschersleben vier Teams, die sich um die Grünflächenpflege kümmern. „Jedes Team hat feste Arbeitsbereiche zugewiesen bekommen“, so der Fachbereichsleiter. So kümmern sich zum Beispiel um die Kernstadt sechs Mitarbeiter. Weitere Teams sind demnach für die Bereiche Nord, West und Süd zuständig. Deren Aufgaben umfassen unter anderem auch Anliegerpflichten an kommunalen Liegenschaften, Müllentsorgungen, Gehölzpflege (Hecken, Sträucher) und Rabattenpflege.

Aufgaben werden nicht weniger

Auch jetzt mit Beginn des herbstlichen Wetters werden die Aufgaben in Oschersleben für den Fachbereich Grünanlagenpflege nicht weniger. „Unsere Mitarbeiter kümmern sich nun um Rückschnitte an Gehölzen sowie das Entfernen von Laub von öffentlichen Flächen und die Rabattenpflege im Stadtgebiet“, erklärt der Fachbereichsleiter weiter. Sobald Schnee und Glätte eintreten, werden die Mitarbeiter der Grünanlagenpflege im Winterdienst eingesetzt. Bis es jedoch soweit ist, kümmern sie sich weiterhin um mehr als 815 000 Quadratmeter Grünfläche in Oschersleben und den Ortsteilen. Auch Ortsbürgermeister Andreas Schmalstieg kann der Grünflächenpflege mittlerweile etwas Gutes abgewinnen. „Auch wenn ich weiterhin kein wirkliches System sehe, die Männer und Frauen geben doch ihr Bestes, um unseren Ort in Schuss zu halten“, lobt er.