Eilsleben l Ein signiertes FCM-Trikot, viel Verwirrung und am Ende zwei Gewinner – beim Benefizlauf am Mittwoch in Eilsleben hat es eine kuriose Szene gegeben. In den Hauptrollen: Bürgermeister Manfred Jordan, der neunjährige Paul Jeep und FCM-Kapitän Marius Sowislo. Was war geschehen?

Es begann mit einer Ankündigung während der ersten Laufstunde. Das voraussichtliche Aufstiegstrikot des 1. FC Magdeburg mit den Unterschriften aller Spieler werde am Abend verlost, ließ Dirk Weinrich, Repräsentant der Sitftung Mitteldeutsche Kinderkrebsbforschung, wissen. Ein attraktiver Preis, der den Losverkauf freilich kräftig ankurbelte. Die Ziehung schließlich war eine mit Hindernissen, da sich auf das verkündete Gewinnerlos hin zunächst niemand meldete und die Verantwortlichen auf der Bühne davon ausgehen mussten, dass der Inhaber die Veranstaltung schon verlassen hat.

Buhrufe aus dem Publikum

Also wurde ein zweites Los gezogen. Das fiel auf Paul Jeep aus Eilsleben, neun Jahre alt, FCM-Fan. Zwischenzeitlich aber war der Erstgezogene doch noch seiner Gewinnlosnummer gewahr geworden – Bürgermeister Manfred Jordan. Was tun?

Ein zweites Trikot hatten weder Dirk Weinrich noch Marius Sowislo zur Hand. Man entschied, dass das erste Los und somit der Bürgermeister gewonnen hat. Dass Jordan nicht zugunsten des kleinen Paul auf seinen Gewinn verzichtete, brachte ihm einige Buhrufe aus dem Publikum ein. Sowislo glättete die Wogen: „Hier meine Karte“, wandte er sich an Pauls Eltern, Melanie und Sören, „kontaktiert mich bitte, damit wir einen Termin vereinbaren können.“

Trostpreis für Jungen

Pauls Trostpreis besteht nun darin, dass der scheidende FCM-Kapitän ihn zu einem Heimspiel in der nächsten Saison eingeladen hat – „das dann in der zweiten Liga“, ist Marius Sowislo gewiss. Der erstmalige Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse ist der Mannschaft kaum noch zu nehmen, schon beim heutigen Heimspiel gegen Fortuna Köln kann alles klar gemacht werden.

Und der gescholtene Bürgermeister? „Es tut mir leid, dass es diese Verwirrung gab“, erklärte er gegenüber Volksstimme. „Es ging ziemlich schnell, ich musste erst mal meine Lose durchgucken, und dann war auch schon ein neues gezogen.“ Von Unmutsbekundungen habe er nichts mitbekommen. Vielmehr habe er sich gefreut, dass die etwas verfahrene Situation schnell in Wohlgefallen aufgelöst wurde: „Ich denke, damit können alle zufrieden sein.“ Das Trikot möchte Manfred Jordan auch nicht für sich behalten, begründete er seine Haltung: „Ich möchte es gern rahmen lassen und zusammen mit einigen Fotos von dieser schönen Veranstaltung als Erinnerung öffentlich im Rathaus aushängen.“