Oschersleben l Jugendliche und junge Erwachsene sollen künftig in der Hasenkuhle Radsport treiben, Tricks üben und ihre Freizeit verbringen können. Die Idee hat Gints Metra zusammen mit Sarah Kopf entwickelt. Sie ist schon lange in Sachen Radsport aktiv und hat daher Erfahrung mit solchen Anlagen. Wie die beiden erklären, soll der Bikepark unterschiedliche Strecken mit verschiedenen Stationen umfassen. Dazu solle beispielsweise ein sogenannter Dirtjump gehören. Dabei können Radsportler mit BMX- oder Mountainbike über einen Hügel fahren und beim Sprung einen Trick in der Luft ausprobieren. Außerdem ist eine Strecke mit Steilkurven geplant sowie eine sogenannte „Jumpline“. Dabei geht es um mehrere Sprünge hintereinander. Denkbar sei dafür auch ein Startturm, der den nötigen Schwung bringt.

„Jede Art von Fahrrad soll im Bikepark fahren können“, verdeutlicht Gints Metra. Je nach Können und Leistungsvermögen soll es für alle Radfahrer eine Variante geben, ergänzt Sarah Kopf. Dazu sollen auch Stationen zählen, die es in der Region bisher nicht gibt - auch nicht im Harz. Es gehe darum, auch Fahrer aus größerer Entfernung anzulocken. Lehrgänge seien ebenfalls denkbar. „Wir haben den Anspruch, hier etwas Besonderes zu machen“, betont Gints Metra. Ein Startvorteil sei, dass es in Oschersleben bereits eine relativ große Radsport-Szene gebe.

Freizeit in der Hasenkuhle

Wie der FUWG-Ratsherr erklärt, nutzen Jugendliche in ihrer Freizeit schon seit Jahrzehnten die Hasenkuhle. Als Standort für einen Bikepark biete das Gelände gleich eine ganze Reihe von Vorteilen. Zum einen befinde sich das Areal bereits im Besitz der Stadt und müsse nicht eigens gekauft werden. Überdies werde das Gelände schon seit drei Jahren nicht mehr offiziell genutzt. Zuvor habe ein Schäfer die Fläche gepachtet gehabt.

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Auch die Lage ist in den Augen von Gints Metra ideal: Durch die angrenzenden Wege sei die Erreichbarkeit gewährleistet - zur Not auch für den Rettungswagen. Auf der anderen Seite sei die Hasenkuhle so abgelegen, dass niemand durch eventuellen Lärm gestört werden könnte. Für den Bikepark könne man die natürliche Beschaffenheit des Geländes nutzen. Laut Gints Metra wären nur kleinere Veränderungen notwendig. Wünschenswert wäre es jedoch, andere Interessenten mit einzubinden, um die Fläche instandzuhalten. Jeder sei willkommen, der das Projekt voranbringen wolle. So könne der Bikepark auch ein Gemeinschaftsgefühl fördern. Einen Zaun um das Gelände solle es nach Möglichkeit nicht geben.

Auf der Internet-Plattform Facebook hat Gints Metra das Projekt bereits vorgestellt. Dort gab es eine intensive Diskussion, bei der sowohl Zuspruch als auch Kritik geäußert wurden. Doch in einer Hinsicht zeigt sich Gints Metra enttäuscht. Bereits im März habe er erste Unterlagen bei der Stadtverwaltung eingereicht, um die Idee des Bikeparks zu präsentieren. Erst drei Monate später habe er eine Reaktion bekommen. Wie Gints Metra berichtet, habe ihn Bürgermeister Benjamin Kanngießer darauf hingewiesen, dass die Stadtverwaltung bereits die Einrichtung eines Bikeparks plane - allerdings nicht in der Hasenkuhle, sondern auf dem Gelände der ehemaligen Bahnlinie Richtung Braunschweig. Diese soll ihm Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) zu einer Grünfläche mit Aufenthalts- und Erholungsangeboten werden.

Anlage soll Radsportler anlocken

Aus der Perspektive von Gints Metra könnte dieser Standort aber Schwierigkeiten mit sich bringen. Das Gelände dort sei zu klein. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich Anwohner wegen Lärms beschweren könnten. Sarah Kopf ergänzt, dass es für einen Bikepark ein Areal mit einem natürlichen Gefälle brauche. An der alten Bahnlinie sei ein solches Projekt nicht umsetzbar.

Im Gespräch mit der Volksstimme weist der städtische Pressesprecher Mathias Schulte auf andere Punkte hin. Die Stadtverwaltung wolle einen Bikepark einrichten, der auch von Teenagern genutzt werden könne. Das Gelände der Bahnlinie sei besser erreichbar. Außerdem würde es vielen Eltern vermutlich lieber sein, wenn ihre minderjährigen Kinder nicht ganz so abgelegen trainieren. Außerdem habe die Stadt das Areal im Auge, wo die alte Bahntrasse die Hornhäuser Straße tangiert. Damit befände sich der Bikepark zwischen einem Feld und gewerblich genutzten Grundstücken. Mit Beschwerden wegen Lärms sei dort nicht zu rechnen.

Hinzu komme Folgendes: Laut dem Flächennutzungsplan handele es sich bei der Hasenkuhle um ein besonders geschütztes Biotop. Die Stadt werde schlicht keine Genehmigung erhalten, wenn sie dort bauliche Veränderungen vornehmen wolle, so Mathias Schulte. Auch das Gelände der alten Bahntrasse befinde sich bereits im Eigentum der Stadt. Es weise im genannten Abschnitt durchaus ein geeignetes Gefälle auf.

Doch einfach abschreiben möchte Gints Metra sein Vorhaben auch nicht. Wie er erklärt, hat er alle Oschersleber Stadträte angeschrieben, um eine fraktionsübergreifende Diskussion anzuschieben. Allerdings habe er genau eine Antwort erhalten. „Das ist schade, denn ich möchte Oschersleben durch das Projekt voranbringen“, so der FUWG-Ratsherr. Ganz bewusst habe er sich damit nicht an eine Fraktion gewandt, sondern versucht, alle Stadträte einzubinden. Derzeit sucht Gints Metra außerhalb des Stadtrates nach Unterstützern, die sich einbringen wollen. Interessenten können sich bei ihm melden. Erreichbar ist Gints Metra bei Foto Paetau unter der Telefonnummer 03949/500 08 0 beziehungsweise per Mail an gintsmetra@gmail.com.